Ein Haus voller Musik – zu Hause musizieren mit Kindern

Musizieren mit Kindern

Eine neue Woche steht bevor. Eine neue Woche, in der wir weiterhin auf soziale Kontakte verzichten werden, unsere wertvollen Hobbies zurückschrauben werden und uns die Zeit zu Hause zu gut wie es nur gut, gestalten wollen. Für Eltern bedeutet das auch, die Kinder zu Hause bestmöglich zu fördern, einen strukturierten Alltag zu erschaffen und erneut kreativ zu werden. Um mehr Musik nach Hause zu bringen, gemeinsam zu musizieren und dabei die vielfältigen positiven Einflüsse von Musik auf Entwicklung, Geist und Hirn zu nutzen, habe ich euch ein paar Möglichkeiten zusammengefasst. Ich würde mich wahnsinnig darüber freuen, wenn eine meiner Ideen in der kommenden Woche Platz in eurem Alltag findet.

 

Zu Hause mit Kindern musizieren

 

Kinderlieder

Singt mit euren Kindern ganz viele Lieder. Am besten ist es natürlich, wenn ihr sie von Zeit zu Zeit wiederholt. Denn Wiederholungen faszinieren Kinder ganz besonders. Sie können ganz bald das komplette Lied mitsingen, summen es selbst vor sich hin und werden motiviert, zu musizieren. Eine Übersicht bekannter Kinderlieder findest du HIER! Übrigens: Singen macht wahnsinnig glücklich. Denn während du singst, werden Glückshormone produziert und der Bereich im Gehirn, der Angst auslöst, ist blockiert.

 

Fingerspiele und Reime

Fingerspiele und Reime bieten nicht nur rhythmische Elemente, sondern dienen natürlich auch der Sprachförderung. Es gibt jede Menge älterer und neuerer Reimspiele. Das Internet bietet da eine große Auswahl. Du kannst auch gern mein Fingerspiel von den „10 kleinen Einhörnern“ nutzen.

 

Situationslieder

Die Kids haben mal wieder keine Lust nach dem Spielen aufzuräumen oder aus dem Garten zum Mittagessen nach drin zu kommen? Probier es doch einmal mit einem Situationslied. Erzieher*innen im Kindergarten nutzen diese ebenso. Das bedeutet, dass du einen kurzen Text zur aktuellen Situation erfindest, falls Worte nicht wirken oder einfach, um mal eine andere Methode zu nutzen. Die Melodie spielt dabei keine Rolle. Es soll eher wie ein Singsang sein. Zum Beispiel kannst du singen „Wir räumen jetzt die Steine ein, dann werden wir gleich fertig sein und gehen zum Mittagessen rein“

 

Lied vor dem Einschlafen

Ein beruhigendes Ritual, das Nähe und Vertrauen schafft. Nach einem aufregenden Tag finden Kinder mit Schlafliedern zur Ruhe und es ist noch einmal ein Stück gemeinsame Zeit mit den Eltern. Sing am besten selbst. Deine Stimme kennt dein Kind schon aus der Zeit der Schwangerschaft und wirkt damit besonders beruhigend und entspannend für dein Kind.

 

Karaoke

Nehmt euch einen Schneebesen, einen Holzlöffel oder auch eine Küchenpapierrolle als Mikrofon, sucht euch ein tolles Lied und macht eine Show. Ihr könnt euch natürlich dazu auch verkleiden und eine kleine Bühne bauen. Mit größeren Kindern kann man ja auch ein kleines Punktesystem einführen und am Ende schauen, wer gewonnen hat.

 

Küchenmusik

Nicht für jedermann, aber wirklich toll: sucht euch ein paar Töpfe und nehmt Holzlöffel, um euch ein kleines Schlagzeug daraus zu bauen. Ihr könnt dann ein kleines Konzert spielen. Vielleicht habt ihr ja sogar noch andere Instrumente zu Hause, z.B. eine Küchenpapierrolle als Trompete, einen Strohhalm als Flöte, eine Gabel und ein Löffel als Triangel oder eine leere Glasflasche als Panflöte.

 

Klanggeschichten

Such dir ein paar alltägliche Gegenstände aus der Wohnung oder nutz ein paar der kleinen Instrumente, die vielleicht bisher ganz ungenutzt zu Hause herumliegen für eine Klanggeschichte. Das bedeutet, dass du deinem Kind eine Geschichte vorliest und es bei einem bestimmten Wort ein Instrument anschlägt / spielt. Das macht Spaß, weil es unheimlich viele dieser Geschichten gibt und weil es außerdem die Aufmerksamkeit fördert. Das kann man supergut als ganze Familie tun.

 


 

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Instrumente bauen

Wie nutzt du die viele leeren Klopapier- oder Küchenpapierrollen? Meine Idee: baut euch einen Regenmacher. Dafür nimmst du am besten eine leere Küchenpapierrolle, klebst sie an einer Seite ganz fest zu und befüllst sie dann von der anderen Seite mit Reis, kleinen Nudeln oder auch kleinen Steinchen, die ihr draußen findet. Nicht vergessen, nun auch diese Befüllseite zu schließen. Der Regenmacher kann dann ganz bunt und individuell bemalt oder beklebt werden. Natürlich gibt es auch noch andere Ideen, Instrumente zu basteln. Schaut euch dafür einfach mal im Netz um.

 

Kleine Tänze zwischendurch

Bewegungseinheiten wirken Wunder. Entweder erfindet ihr gemeinsam einen Tanz, improvisiert ein bisschen und macht genau das, wonach euch gerade ist und ihr sucht euch ein Video, das verschiedene Tänze vorgibt, die man dann nachtanzen kann. Es gibt schon für die Kleinsten verschiedene Bewegungsangebote, die man auf Onlinevideos findet. Übrigens brauchen nicht nur die Kids genau diese kleinen Tänzchen zwischendurch!

 

Vertonte Geschichten

Schon im frühen Alter sind die Kinder empfänglich für vertonte Geschichten wie z.B. „Der Karneval der Tiere“ oder „Peter und der Wolf“. Es gibt dazu eine spannende Geschichte und ein Musikstück dazu, das den Inhalt der Geschichte bestärkt. Es ist toll, wie die Ohren der Kinder dabei immer lauschen und wie gespannt sie sind, wie es wohl weitergehen mag. Das kann man auch als Ritual nutzen, wenn es lange Geschichten sind und jeden Morgen nach dem Aufstehen einen Teil der Geschichte erzählt.

 


 

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Leben ist Rhythmus

Rhythmusförderung ist ein zentraler Bestandteil musikalischer Angebote für Kinder. Ganzkörperliche Bewegungen laufen im Rhythmus ab, Sprechen ist Rhythmus und Koordinationsfähigkeit ist für die Aktivität im Gehirn unglaublich wichtig. Versucht doch also mal ein gemeinsames Rhythmusspiel. Einer macht etwas vor – ob Körperbewegung, Klatschen, Klopfen, Stampfen – erfindet Rhythmen. Ich nenne es gern „Papageienspiel“, da das Kind sich besser vorstellen kann, was es machen kann. Schließlich ist es gerade in der Rolle eines Papageien und soll alles nachmachen, was ich vormache.

 

Orff-Instrumente

Experimentieren, Probieren, Improvisieren! Natürlich musst du dir nun keine Instrumente kaufen, wenn du keine zu Hause hast. Das geht eher an die Familien, die bereits Instrumente wie Triangeln, Glockenspiele oder Klangstäbe zu Hause haben und bisher noch nicht so richtig wussten, was sie damit anfangen können. Baut euch einen kleinen Kreis aus all diesen Instrumenten auf und schlagt sie nacheinander an. Hört aufeinander, überlegt, wann ein Klang nicht mehr zu hören ist und beschreibt, welches Instrument in welcher Art und Weise klingt, welches euch am besten gefällt und spielt gemeinsam ein selbst erfundenes Lied.

 

Körpereigene Instrumente

Musik an. Und los. Schnappt euch eines eurer Lieblingslieder und nutzt körpereigene Instrumente, um es musikalisch zu begleiten. Das bedeutet nichts anderes, als dass ihr zum Lied klatscht, klopft, schnipst, stampft, schnalzt, die Hände ineinander reibt, lustige Geräusche mit dem Mund macht oder eben all das nutzt, was euer Körper euch bereithält, um Klänge und Geräusche zu erzeugen.

 

Naturlauschen

Geht raus und seid leise. Was hört ihr? Setzt euch auf eine Picknickdecke oder an euren Tisch im Garten und achtet ganz gezielt auf all das, was ihr draußen hören könnt. Vogelgezwitscher, erzählende Nachbarn, das Rauschen der Blätter oder eines Flusses. Es schenkt euch beiden Ruhe, Aufmerksamkeit und gemeinsame Zeit, die ihr draußen verbringt. Die Natur schenkt uns wirklich mehr Geräusche, als wir manchmal denken. Es lohnt sich, genau hinzuhören.

 

Geräuschmemory

Ein Geräuschmemory zu basteln geht am besten mit den kleinen, gelben Formen aus einem Überraschungsei. Du befüllst nun jeweils zwei mit dem gleichen Inhalt – z.B. zwei Formen mit Reiskörnern, zwei Formen mit einem Würfel, zwei Formen mit Kaffeebohnen usw. und verschließt sie gut (denn diese werden beim Spielen geschüttelt und sollten also fest verschlossen sein). Gern kannst du auch an der Unterseite ein Zeichen für das passende Paar aufmalen, um das gefundene Paar dann kontrollieren zu können (Bsp.: die zwei Formen mit dem Reis bekommen einen Punkt auf die Unterseite, die zwei Formen mit dem Würfel bekommen ein Viereck auf die Unterseite). Nun kann der Spaß beginnen: sucht euch immer zwei Förmchen aus, schüttelt sie und überlegt, ob sie zusammenpassen. Kontrolle erfolgt dann über die aufgemalten Zeichen.

 

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