Kommunikationsangebote für Senioren

Kartenspiele vom Singliesel Verlag fördern die Kommunikation und sprachliche Aktivität im Alter

Zeit, um Erinnerungen wach werden zu lassen. Zeit, um all die Geschichten zu erzählen, die wir erlebt haben. Zeit, um Erfahrungen weiterzugeben. Zeit, sich der eigenen Biografie zu widmen. Zeit, um Zeit füreinander und das eigene Leben zu haben.

Wir alle wollen alt werden, aber doch irgendwie nicht alt sein. Versteh mich nicht falsch, aber ich glaube, dass der Schritt des jeden-Tag-älter-Werdens zwar ein Reifungsprozess ist und uns viele Freuden schenkt, doch hege ich den Gedanken daran, im hohen Alter weniger selbstwirksam sein zu können und im gleichen Atemzug eine höhere Hilfsbedürftigkeit besteht, dann ist das nicht immer mit positiven Gedanken verbunden. Doch was ist es, was ältere Menschen anspornt, was sie lebendig macht und wie erhält man sich Kommunikationssituationen und somit die Möglichkeit zur Beziehungsgestaltung? Darüber habe ich mir Gedanken gemacht, Großeltern und Bekannte gefragt und die vielen einzelnen Fäden nun als Text zusammengestrickt.

 

Interesse

Auch wenn wir manchmal Geschichten schon 1546578 Mal gehört haben und sie wahrscheinlich schon selbst erzählen könnten, als seien wir dabei gewesen, sollten wir das Interesse behalten und uns die Story erneut anhören. Als mein Opa mir von seiner Zeit aus dem Krieg erzählte, hörte ich meistens weg. Nicht, weil es mich nicht interessiert hat, sondern weil ich zu emotional reagiert hätte. Oft standen mir die Tränen in den Augen und das wollte ich nicht zugeben. Ich konnte manchmal nicht ertragen, was er erzählte. Aber wem, wenn nicht der Familie, hätte er es denn sonst erzählen sollen? Die Interessen verschiedener Generationen sind ganz klar anders verteilt und liegen auf unterschiedlichen Dingen. Jeder von uns kennt das Gefühl, ernst in seinen Ansichten genommen zu werden und die Aufmerksamkeit des Gegenübers zu bekommen.

 

Kommunikationssituationen schaffen

Nun gibt es diese Art Senioren, die den ganzen Tag telefonieren, mit befreundeten Pärchen einen Kaffeeklatsch nach dem anderen veranstalten und eine Kreuzfahrt durch die Karibik unternehmen. Das ist wunderbar und faszinierend, das stelle ich immer wieder fest. Doch sollten wir die Anzahl der älteren Menschen, die sich alleine fühlen, nicht unterschätzen. Kannst du dir vorstellen, wie das ist? Ich nicht, um ehrlich zu sein. Tag ein, Tag aus alleine in der Küche zu sitzen und auf den Postboten zu warten. Das ist der Punkt – die Paketlieferung ist Kommunikation und vielleicht somit ein kurzer, fester Termin an einem Tag voller Nichts-zu-tun-haben. Es gibt genügend Möglichkeiten, Kommunikationssituationen zu schaffen, die sich einfach umsetzen lassen. Niemand sagt, dass wir uns täglich, neben unserer Arbeit, drei Stunden Zeit nehmen können, um gemeinsam zu quasseln. Aber vielleicht ist es für uns ja machbar, den Kontakt zu anderen Senioren herzustellen und eine neue „Clique“ ins Leben zu rufen.

 

Vor- und Nachfreude schaffen

Ein fester Termin in der Woche zum Spielenachmittag, Chor oder in eine Sportgruppe? Das bedeutet viel mehr, als eben nur einen Termin zu haben. Es bedeutet Leben, Aktivität, Beziehungsgestaltung und besonders auch Vor- und Nachfreude. Kennst du das Gefühl der Vorfreude? Wenn ja, dann weißt du, wovon ich spreche? Wenn nein: bitte erschaffe dir Momente dieses Gefühls. Vorfreude macht lebendig, manchmal kribbelt es im Bauch und plötzlich vergehen manche Tage viel schneller als gedacht. Für ältere Menschen ist es wichtig, Freude zu spüren. Und eben auch Nachfreude, wenn man es so bezeichnen kann. Was ich damit meine ist die Energie und ein gewisser Grad an Optimismus, der es möglich macht, glücklich durch graue, einsame Tage zu schlendern.

 

Selbstwirksamkeit

Körperliche Einschränkungen und Tage, an denen körperliche Aktivitäten schwerfallen, sind keine Seltenheit mit zunehmendem Alter. Angehörige oder das Pflegeteam nehmen bestimmte Aufgaben ab, um den Alltag zu erleichtern und die Last von den Schultern zu nehmen. Doch manchmal sind es die kleinen Dinge, die den älteren Menschen stolz machen und ihm das Gefühl geben, dass er etwas getan hat – Bett machen, Blumen gießen, Tisch abwischen, Fenster öffnen oder auch andere auf eine Tasse Tee einladen. Sind kleine Alltagsrituale noch machbar, die früher völlig selbstverständlich abliefen, dann bedeutet die Umsetzung dieser Dinge jede Menge für den Menschen. Lass ihn das tun!

 

Spiele und Gehirnjogging

Es gibt eine Vielzahl an Gesellschaftsspielen und Möglichkeiten, gemeinsam aktiv zu werden und zu spielen. Spielen bedeutet eine Gemeinsamkeit aufzubauen, sich zu unterhalten, Kommunikation und Beziehung zu erschaffen. Es bedeutet, aktiv zu werden, sich zu freuen, Zeit füreinander zu nehmen, Interesse zu wecken, Neues zu entdecken und sich fit zu halten. Du merkst schon – ein Spielenachmittag kann sehr viel bedeuten und alle Bereiche, die ich oben kurz angerissen habe, miteinander vereinen. Dabei musst du das Rad nicht neu erfinden – nutz doch einfach die Spiele, die du noch von früher kennst und die du vielleicht schon mit Oma und Opa gespielt hast. Solltest du jedoch mal Lust auf ein neues Spiel haben, dann habe ich heute ein paar Tipps für dich. Der SINGLIESEL VERLAG hat mir nämlich ein paar Spiele zur Verfügung gestellt, um sie dir vorzustellen. Was soll ich sagen? Ich bin begeistert!

 

 

Kartenspiele vom Singliesel Verlag fördern die Kommunikation und sprachliche Aktivität im Alter

Pantoffelheld, Base oder Kommissbrot sind dir kein Begriff? Dann frag mal Oma! Genau darum geht es hier – auf der Vorderseite der Karte ist ein alter Begriff abgebildet, auf der Rückseite wird er erklärt. Besser ist es natürlich, wenn ihr gemeinsam auf die Lösung kommt und die Karte nicht gleich umdreht.

 

Die große Rate-Box – Fast vergessene Begriffe vergangener Jahrzehnte – Alte Begriffe erkennen und erraten (Spiel)

Kartenspiele vom Singliesel Verlag fördern die Kommunikation und sprachliche Aktivität im Alter

Welche Zutaten brauche ich für einen Sauberbraten und wie war das gleich nochmal mit der Kartoffelsuppe? Eine super Idee, um sich an Rezepte zu erinnern, genau darüber ins Gespräch zu kommen und warum nicht auch, um das Gericht gemeinsam zu kochen? Erst wird überlegt, welche Zutaten gebraucht werden und auch hier findest du auf der Rückseite die Lösung. Wie ich es gern spiele: die Zutaten sollen sich eingeprägt werden und anschließend wiedergegeben. Anderer Vorschlag: Nur die Zutaten werden gelesen und es wird erraten, was daraus wohl werden kann. Super, oder?

 

Die große Rate-Box – bewährte und beliebte Gerichte vergangener Jahrzehnte

 

Memo "Beühmte Paare" vom Singliesel-Verlag

 

Berühmte Paare finden – ein Memory, das wirklich ein Nostalgiegefühl gibt. Bei diesem Memo sollen Paare wie Sissi und Franz oder Yoko Ono und John Lennon gefunden werden. Das bietet eine tolle Möglichkeit, sich an Momente zu erinnern und vielleicht auch die eine oder andere Anekdote zu erzählen. In dem passenden Begleitheft findest du Angaben zur Biografie des Paares. Die Spielkarten sind übrigens extragroß.

 

Das Nostalgie-Memo-Spiel – Stars der 50er und 60er-Jahre

 

 


Es wäre unheimlich schön, wenn wir es schaffen würden, uns auch nur fünf Minuten mehr Zeit zu nehmen, um mit den Menschen, die wir später selbst sein werden, zu reden, zu lachen, in Erinnerungskisten zu kramen und sie wertzuschätzen. Und ich weiß, dass genau DU das ganz wunderbar machst!


 

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