Was 2018 geschah

Rosa Schirme zwischen den Häusern eines Schweizer Ortes.

Ich habe wirklich lange überlegt, was ich wohl über das Jahr 2018 schreiben könnte. Erinnert ihr euch noch an den Brief an das Jahr 2018, den ich hier auf meinem Blog veröffentlicht habe? Ehrliche Worte, kritische Meinung und enttäuschte Worte waren hier Inhalte. Und irgendwie schlich sich das durch so manchen weiteren Monat des Jahres. Und jetzt, im Dezember, wo man meinen würde, dass es doch letztlich immer ein „Happy End“ geben müsse, stelle ich mal wieder fest, dass das Leben eben einfach kein Film ist. Keine pure Romanze, aber auch kein unerklärlicher Horrorfilm. Und auch keine Komödie, die einen ständig zum Lachen bringt – wahrscheinlich eben einfach der Film des eigenen Lebens. Ohne Beschönigungen, dafür mit unzähligen Facetten. Und immer das, was wir daraus machen. Was ich aus diesem Jahr gemacht habe, wer mir über den Weg lief, wer mich verließ, was ich lernen konnte, was ich erlebt habe, was mir Mut gemacht hat, was mich zum Weinen brachte, wer mir Licht schenkte, worauf ich aufbauen kann und was sich entwickelt hat – all das nun hier für euch. Schwarz auf Weiß.

 

Gedanken zum Blog

Mein Blog. Mein Baby. Irgendwie habe ich in der zweiten Hälfte des Jahres ein Tief gespürt und manchmal auch wirklich gezweifelt, ob ich überhaupt noch Zeit für den Blog aufbringen kann. Das haben meine Leser gemerkt, weil ich nicht mehr regelmäßig Posts online gestellt habe, eine längere Pause folgte und ich beschlossen habe, nicht mehr jeden Tag bis nachts an Beiträgen zu sitzen. Denn weißt du was? Genau dann geht die Leidenschaft verloren und das wäre unheimlich traurig, auch für mich. Die gute Nachricht: natürlich wird es den Blog weiterhin geben. Ich denke gar nicht daran, ihn aufzugeben, sondern habe enorme Lust darauf, all das weiter zu machen. Ich habe durch diesen Onlineauftritt so wahnsinnig viele tolle Menschen kennen gelernt und kann nur immer und immer wieder sagen, dass es wichtig ist, sich genau diese Art Netzwerk aufzubauen, Kontakte zu knüpfen und somit neue Wege, spannende Abenteuer und schätzenswerte Partner zu entdecken. Ich habe mich von dem Mann getrennt, der einen großen Anteil am Aufbau meines Business hat – es war nicht leicht, mich alleine in Dinge hinein zu finden, von denen ich vorher absolut keinen Plan hatte. Ja, es war manchmal echt überfordernd, all das neben der „ganz normalen“ Arbeit irgendwie zu packen. Fazit: ich habe es geschafft und entwickele mich weiter.

 

Musiktherapie

Wenn ihr immer mal geschaut habt, was ich so treibe, dann ist euch sicherlich aufgefallen, dass ich seit Juli 2018 als freiberufliche Musiktherapeutin arbeite. Nach dem Abschluss meines Studiums war für mich klar, dass es in diesem Bereich irgendwie weitergehen muss, soll und darf und so bin ich diesen Schritt gegangen und bereue ihn in keiner Sekunde. Es macht mich unglaublich glücklich, neben meiner hauptberuflichen Arbeit als angestellte Logopädin nun ein Stück weit mehr auf eigenen Füßen musiktherapeutisch aktiv zu sein und dabei unterschiedliche Impulse zu geben, das Handlungsspektrum einiger Menschen zu erweitern und auch mein Wissen und Handeln immer wieder zu reflektieren. Seit dem Sommer arbeite ich in diesem Bereich an einer Schule für geistig- und schwerstmehrfach behinderte Kinder und Jugendliche und erlebe dabei, dass Musik so viel mehr kann, als wohl manch einer von uns denkt. Außerdem habe ich mir mein neues Lieblingsinstrument zugelegt – das Klangauge® – ich benutze es ziemlich oft und biete ab dem neuen Jahr auch an, mit dem Klangauge in die Welt der Entspannung einzutauchen.

 

Logopädie meets Musiktherapie

Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen. Dieses Jahr stand ein besonderes Projekt für mich auf dem Programm: mein erster Online-Kurs! Die Zusammenarbeit mit der Online-Akademie memole® und ihrer kompetenten, empathischen und herzlichen Inhaberin Silke Bernhardt war ein großer Gewinn für meine persönliche, aber auch berufliche Entwicklung. Ein Lächeln erfüllt mein Gesicht, wenn ich daran denke, wie aufregend das alles am Anfang war. Und auch, wenn ich mir das Ergebnis ansehe, auf das ich stolz bin. Den Online-Kurs zum Thema „Musiktherapeutische Elemente in der logopädischen Kindertherapie“ könnt ihr übrigens auf der Website der Online-Akademie buchen.

 

Momente der Unzufriedenheit

Letztendlich sitze ich mit einer Tasse Kakao mit einem Dach über dem Kopf an meinem Schreibtisch, schreibe diesen Text und bin gesund. Das ist doch alles, was zählt, oder? Was gibt es also für mich, worüber ich mich beschweren könnte? Das ist alles „Jammern auf hohem Niveau“, wie man so schön sagt. Aber dennoch gab es auch in diesem Jahr immer mal wieder Momente, die mich absolut unzufrieden gestimmt haben. Und ich habe mich da manchmal auch wirklich mitziehen lassen. Von meinem Gemüt. Statt es positiv anzupacken, wenn etwas schief ging, habe ich mich manchmal wirklich an den negativen Seiten festgehalten, was im Nachhinein betrachtet nie der richtige Weg war, sondern genau der Weg, um diese Unzufriedenheit weiter zu schüren. Mal bin ich unzufrieden mit meiner Figur, mal mit meinen Haaren, mal mit meinen Texten, mal mit meinen Therapien – der Prozess, aus all den Dingen etwas herauszuziehen für all das, was noch kommen wird, wird mir manchmal erst viel später klar und so bin ich dankbar für all die unzufriedenen Momente. Ich erinnere mich gerne an die Woche vor unserem Benefizkonzert „Wir für euch“, das nun schon das vierte Mal stattfand und ich die Abläufe in und auswendig kenne und trotzdem durch meine Aufregung viel zu hektisch bin, manche Dinge zu eng sehe und mein Perfektionismus echt nicht sonderlich hilfreich war. Und schon war ich gefangen in diesen Gedanken und nicht mehr zufrieden. Und letztendlich war es wieder soooo eine wunderbare Zeit!

 

Was ich noch sagen möchte …

Ich könnte noch stundelang schreiben und noch viel mehr Dinge über das Jahr schreiben. Und ich glaube, ich hätte auch nach stundenlangem Schreiben immer noch nicht alles aufgeschrieben, was das vergangene Jahr für mich übrig hatte. Geht dir das auch manchmal so? Du nimmst dir vor, dass du bestimmte Dinge nie, nie, nie, nie, nie vergessen möchtest und dass du es dir wirklich ab dem nächsten Mal aufschreibst. Und dann sind wohl irgendwie doch wieder 1000 andere Dinge wichtiger und die schönen vergessen wir da in der Eile und Hektik. Das wäre doch auch ein guter Vorsatz – den wunderbaren Momenten mehr Aufmerksamkeit widmen, sie reflektieren, ihnen Worte schenken.

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