Karma & Tinte /// #5 Aufstehen und Durchhalten

Skizzenbuch, Stiftdose und eine Malunterlage liegen auf dem Schreibtisch.

Karma & Tinte /// #5 Aufstehen und Durchhalten – ein Gastbeitrag von Resonanzgestalt


Um auf die Gipfel zu kommen, die wir uns vorher aus der Reisebeschreibung des Lebens ausgesucht haben, gilt es einiges zu tun. Wir markieren die wichtigen Stellen auf der Karte, ziehen festes Schuhwerk an und packen uns den Proviant ein, den wir brauchen. Wir durchschreiten Jammertäler und überwinden lange Durststrecken. Manchmal kommen wir vom Weg ab – gewollt oder ungewollt. Manchmal fallen wir.

Was hilft uns dann, wieder aufzustehen? Vielleicht unser Ziel, der Ausblick, den wir vom Gipfel aus genießen werden. Vielleicht eine innere Stimme, die uns sagt „Weitermachen!“, weil der Weg selbst das Ziel ist und wir so viele Souvenirs allein schon auf der Reise mitnehmen können.

Den Stift immer wieder in die Hand zu nehmen, das ist meine Art des Wiederaufstehens. Es gab und gibt Zeiten, da steckt er lange unangetastet in meiner Stiftdose. Manchmal fehlt die Zeit, manchmal die Ideen und manchmal die Energie. Die Durststrecken ohne Wasserbecher und Tinte können lang sein. Sie dauern Wochen oder gar Jahre. Doch jedes Mal, wenn ich wieder anfange, weiß ich, dass das Zeichnen zu mir gehört. Hat sich das Fallen früher noch wie Versagen angefühlt, weiß ich das Aufstehen inzwischen umso mehr zu schätzen. Ich klopfe den Dreck von meiner Hose, strecke mich kurz und lege wieder los.


Hat sich das Fallen früher noch wie Versagen angefühlt, weiß ich das Aufstehen inzwischen umso mehr zu schätzen.


Was mir hilft, ist die besagte innere Stimme. Sie erinnert mich daran, dass Zeichnen wie ein Muskel ist, der trainiert werden muss. Mir helfen die vielfältigen Dinge, die die Welt zu bieten hat. Ich sehe sie an und denke „Mh, eigentlich ein interessantes Motiv…“. Um diese Dinge noch besser im Bewusstsein zu halten, widme ich ihnen ab sofort eine Seite in meinem Notizbuch. Immer wenn ich mich frage, was ich zeichnen könnte, schlage ich die Seite auf und finde dort Ideen – so ist jedenfalls der Plan. Nach und nach will die Seite nun gefüllt werden und die Motivideen warten dort darauf, als Bild lebendig zu werden.

Außerdem helfen Anlässe wie Zeichnertreffen in der Umgebung. Diese Woche habe ich  so eine schöne entspannte Zeit im Erfurter Wirgarten gehabt, nette Leute getroffen und der Stift hat wieder einmal ein wenig frische Luft bekommen. Auch Challenges, die das Internet sehr oft bietet, motivieren zum Durchhalten. Klare Aufgaben und Termine können ein guter Anreiz sein, endlich einmal wieder das Skizzenbuch rauszuholen. Und natürlich gibt es dabei kreative Anregungen zu Hauf.

Also sammelt fleißig eure Ideen und Inspirationen, sucht euch Herzensprojekte und trefft Gleichgesinnte, ihr kreativen Gipfelstürmer! Egal, was eure Passion ist, behaltet sie im Auge und freut euch auf die schöne Aussicht, wenn eure Projekte abgeschlossen sind.

 

 

Lest auch unbedingt die vorherigen Beiträge der Gastbeitrgserie “Karma & Tinte” – es lohnt sich sehr!

#1 Geduld

#2 Loslassen

#3 Sinnesfreude

#4 Blick in den Spiegel

One Review

  1. Danke für den tollen und hilfreichen Beitrag. Ich halte meine Gedanken immer schriftlich fest sowie auch Bildlich. Das hilft mir einen ruhigeren Schlaf zu finden, die Geschehnisse besser zu Verarbeiten und bei schlechte Zeiten, auf die guten Dinge, die vergangen sind, zurückzublicken.

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