Kindergedicht “Das Fröschlein und die Fliege”

Kindergedicht "Das Fröschlein und die Fliege"

Ich liebe Gedichte. Und zwar nicht nur die aus alten Zeiten und von großen Denkern und Dichtern, sondern auch Kindergedichte. Ganz oft packt mich ein kreativer Gedanke und schon entstehen ein paar nette Zeilen für Kinder, die aus dem Leben gegriffen sind. Als Logopädin weiß ich über die Wichtigkeit von Sprachrhythmus und Reimen und nutze Gedichte auf unterschiedliche Art und Weise. Ich habe euch aufgeführt, wie Kindergedichte eingesetzt werden können. Das erfahrt ihr nach meinem Gedicht „Das Fröschlein und die Fliege“!

 

Das Fröschlein und die Fliege

 

Fröschlein, hüpf und spring ganz heiter

über Seen und Teiche weiter.

Hoch und höher deine Beine,

bis du sitzt auf einem Steine.

 

Dann streckst du deine Zunge raus

erwartest deinen Mittagsschmaus.

Es summt und schwirrt schon hier und dort,

frisst du sie, dann sind sie fort.

 

Fliege Feli ist’s schon bange,

das Futter steht bei dir nicht lange.

Schnell und schneller muss sie fliegen,

doch du bleibst in Ruhe liegen.

 

Feli war nun glücklich drüber

fliegt zu ihren Freunden rüber.

Sie feiern jetzt ein großes Fest,

weil der liebe Frosch sie leben lässt.

 

 

copyright by Laute(r) Gedanken /// Maria Grohmann

 

Wie Kindergedichte der Sprachförderung dienen:
  • Einsatz eines Gedichtes zu Beginn oder am Ende einer Einheit / einer Stunde / einer Situation. So hat man gleich ein Ritual und es ist möglich, das Gedicht auch mehrere Tage nacheinander zu wiederholen, um den Kindern ganz spielerisch die Möglichkeit zu geben, ein neues Gedicht gelernt zu haben. Außerdem dient so ein Ritual auch der Aufmerksamkeitslenkung.
  • zur Stabilisierung verschiedener Laute. Je nachdem, welcher Laut betroffen ist, können Gedichte unterschiedlich genutzt werden. Nicht jedes Kindergedicht beinhaltet eine Vielfalt an einem bestimmten Laut, aber wenn man genau hinschaut, entdeckt man immer mal wieder das eine oder andere Gedicht, das den Ziellaut öfter beinhaltet, als wir denken.
  • zur Reimergänzung: hierfür einfach in den Zeilen, in denen ein Reim versteckt ist, den Reim weglassen und ihn vom Kind einsetzen lassen. Dazu kann man einen Ball nehmen und immer, wenn die zu ergänzende Stelle im Gedicht vorkommt, wird der Ball geworfen.
  • Nachsprechen: jeweils eine Zeile oder je nachdem, wie fit das Kind ist, auch zwei Zeilen vorsprechen und dann wiederholen lassen. Das fördert die auditive Aufmerksamkeit und gleichzeitig die Artikulation.
  • Gedichte eignen sich außerdem super zum Wortschatzaufbau, denn es werden ganz vielfältige Themen behandelt. Gerade in einer Welt von Medienkonsum ist es daher eine tolle Methode, die Kinder wieder ein bisschen mehr an gesprochene Worte heranzuführen. Zu jedem Gedicht können Bilder gemalt werden, sie können in Themenwochen eingebaut werden und natürlich kann darüber gesprochen werden.
  • Außerdem fördern sie das Sprachverständnis. Einfach mal nach jeder Strophe das Kind fragen, worum es ging. Wenn das noch zu schwer ist, dann können „W-Fragen“ einbezogen werden, z.B. „Welches Tier kam vor?“ oder „Wo sitzt der Frosch?“. Für viele Kinder, die wir in Therapie haben, ist das eine schwere Aufgabe.

2 Review

  1. Liebe Maria,

    das Gedicht ist wirklich total schön. Sehr kindgerecht, ansprechend und schön gereimt =D!
    Ich habe die Arbeit mit Gedichten und Sprüchen erst jetzt wieder für mich entdeckt, da ich einen ganz kleinen Jungen habe, der sich noch gar nicht selbstständig äußern kann und in seiner Bewegung stark eingeschränkt ist. Er reagiert sehr positiv darauf. Auch habe ich nun Klatsch-Reim-Spiele begonnen, in denen nicht nur die auditive Aufmerksamkeit, sondern auch die visuelle Wahrnehmung, die Auge-Hand-Koordination, der Rythmus, wie auch die Überkreuzung der rechten und linken Gehirnhälften gefördert wird.

    Das was du beschreibst, wie man die Gedichte einsetzen kann finde ich auch sehr gut! Denn du zeigst die Wichtigkeit wie auch die Funktionalität von Gedichten auf und wie wichtig sie für die Sprachentwicklung sind!

    Danke dir dafür =D

    1. Liebe Jenny, vielen Dank für dein positives Feedback. Ich habe heute erst wieder einen Kreuz-Klatsch-Reim mit einem Jungen probiert. Das ist für einige Kinder wirklich sehr schwer, aber es macht wirklich Spaß. Mit Bewegung, Rhythmus und Sprache lässt sich viel tun. Schön, dass du deine Erfahrungen mit uns teilst!

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