Heilende Worte finden – Sprache, die Menschen aufbaut /// Gastbeitrag

Heilsame Worte finden - ein Gastbeitrag von Sandra Mantz.

Worte – aus mehreren Buchstaben, die miteinander eine Verbindung eingehen, entstehen Worte. So simpel ist das. Und doch so schwer. Jeder von uns kennt das – so gut manche Worte tun, so schwer können sie uns auch auf dem Herzen liegen. Manchmal fallen Worte wie reife Äpfel und landen vor unseren Füßen, ohne dass wir uns darauf vorbereiten können. Und manchmal, da suchen wir eine vertraute Stimme und ein bisschen Liebe, Anerkennung, Entspannung und Akzeptanz – und genau das kann die stärkende Wirkung von Worten sein.

Sandra Mantz von der SprachGUT® Akademie beschreibt in nachfolgenden Zeilen, welche Kraft Worte haben können und wie wir sie wählen können, um dem Menschen, der uns gegenüber steht und gerade jetzt eine stärkende, befreiende, entspannende, kräftigende und zuspruchgebende Wirkung zu schenken.


“Worte sind mächtig und können heilen”


Worte sind mächtig

Worte sind mächtig. Manchmal sogar mächtiger als Gedanken, denn Worte können Gedanken erst in den Kopf pflanzen. Alles Glück und Unheil dieser Welt beginnt mit dem ersten Gedanken daran. Auf Gedanken folgen Taten, und so nimmt es seinen Lauf. In Krisensituation fehlen uns häufig die Worte. Umso wichtiger ist es, einen guten Freund an seiner Seite zu finden, der einfühlsam mit uns umgeht und die richtigen Worte kennt. Der die positiven Gedanken in unseren Kopf und in unser Herz zu pflanzen weiß. Der sich Zeit nimmt, uns in schwierigen Lebensabschnitten unterstützt, tröstet und wenn nötig, auch ermahnt. Zu Krisenzeiten benötigen wir viel Verständnis. Einfühlsam möchten wir uns aufbauen lassen, wenn wir den Weg über Negativität hin zu positiven Gedanken und Worten nicht mehr sehen können.

 

 

Worte können heilen

Worte können nicht nur trösten und beraten, sie können auch heilen. Genauso wie negative Gedankenspiralen die Biochemie im Körper zum Negativen hin verändern, können positive Gedankenspiralen die Biochemie des Körpers zum Positiven verändern. Das Wort Liebe zum Beispiel lässt unser Gehirn umgehend Glückshormone ausschütten. Der Herzschlag beruhigt sich, der Blutdruck stabilisiert sich und wir fühlen uns ruhiger und entspannter. Das Wort Hass dagegen lässt unser Gehirn Stresshormone entwickeln. Der Puls steigt an. Genauso wie die innere Unzufriedenheit, Angstgefühle und depressive Gedankenlagen. Diesen Mechanismus sollten wir uns zunutze machen um nicht nur uns selbst, sondern auch andere mit der passenden Wortwahl zurück auf den richtigen Weg zu führen. Die richtigen Worte können ganze Leben verändern. Mit viel Verständnis gepaart, sollten wir einfühlsam Vertrauen aufbauen.

 

 

Worte verändern die Struktur des Wassers

Der japanische Wissenschaftler, Dr. Masuro Emoto, führte ein bahnbrechendes Experiment mit Wasser durch. Er wollte wissen, ob reine, einfühlsam gesprochene Worte und sogar gedachte Gedanken die Struktur des Wassers verändern können. Er konnte nachweisen, dass Wortwahl und Gedanken die Materie verändern können. Er entwickelte mit Hilfe von leistungsstarken Mikroskopen eine besondere Technik, mit der er die augenblicklichen Veränderungen der Wasserkristalle beobachten konnte. In einem sehr kalten Raum richtete er konzentriert gezielt gesprochene Worte oder reine Gedanken an das Wasser. Dabei nutzte er sowohl gefrorenes Wasser, als auch nicht gefrorenes. Die Ergebnisse waren unglaublich. Wurde das Wasser liebevoll gesprochenen Worten, wie zum Beispiel Liebe, Hoffnung, Zuversicht, Glück oder auch ausschließlich dementsprechenden Gedanken ausgesetzt, bildete es besonders schöne Kristalle. Diese Kristalle waren ähnlich denen einer Schneeflocke, höchst symetrisch, und wiesen bunte Farben auf. Besprach oder bedachte er das Wasser jedoch mit negativen Worten wie Hass, Selbstsucht, Egoismus, Quälerei, Teufel und ähnlich negativem Gedankengut, veränderten sich die Strukturen des Wassers hin zu unförmigen, zerbrochenen, asymmetrischen Gebilden. Die schönen kristallinen Formen zerbrachen und die bunten Farben veränderten sich hin zum Gräulichen. Das Wasser hat auf die gesprochenen oder gedachten Emotionen reagiert. Ein weiterer Test wurde jeweils mit reinstem, sauberen, in den Bergen entsprungenen, unberührten Quellwasser und stark verunreinigtem, mit Chemie und Chemikalien belasteten Großstadtwasser gemacht. Auch hier zeigte das unberührte Quellwasser jene farbenfrohen Kristalle, wo hingegen das verunreinigte Stadtwasser unförmige, graue und zerbrochene Kristalle aufwies. Der Mensch besteht zu 80 Prozent aus Wasser. Auch das im Menschen enthaltene Wasser, welches der Quell unseres Lebens ist, reagiert gleichermaßen auf Worte und Gedanken. Seien diese nun positiv oder negativ. Es ist an uns, ob uns das in uns enthaltene Wasser krank oder gesund macht. Eindeutig geklärt ist, dass es reagiert.

 

 

Mut und Verständnis zusprechen

Einem anderen Menschen einfühlsam Mut und Hoffnung zuzusprechen, ist ein großes Geschenk für beide Seiten. Hoffnungslosigkeit, Trauer und Angst vor der Zukunft sind oft der Nährboden, der eine innere und auch äußere Krise aufrecht erhält. Es ist ungemein wichtig, die richtigen Worte zur richtigen Zeit zu finden. Hier sollte beachtet werden, dass bestimmte Gespräche und dementsprechend auch bestimmte Worte an die innere Stabilität der entsprechenden Person angepasst werden müssen. Die gewählten Worte sollen stabilisieren, den inneren Optimisten zum Vorschein bringen, Hoffnung auf Besserung, und im Anschluss die Lust an der aktiven Auseinandersetzung mit dem Problem wecken. Doch, je nach Bedarf, können Worte auch mahnen und zur Vorsicht aufrufen. Dies sollte jedoch erst geschehen, wenn der Betroffene der größten Instabilität entwachsen ist. Und auch dann muss unbedingt darauf geachtet werden, ausschließlich positive Affirmationen zu nutzen. Anstatt zu sagen: “Wenn du so weitermachst, gehst du kaputt”, sollte zum Beispiel gesagt werden:” Wenn du ab jetzt anfängst, an dir zu arbeiten und dein Leben zu verändern, wirst du in wenigen Monaten gesund und glücklich sein und dein altes Leben hinter dir gelassen haben.” Worte sollten Perspektiven bieten, welche Menschen in Krisensituationen Hoffnung geben. Der Mensch weiß in der Regel selbst, was geschieht, wenn das Leben der Negativspirale folgt. Wichtig ist, positive Gedanken in den Geist zu pflanzen, damit sich diese vervielfältigen können.

 


Worte zur richtigen Zeit


 

Die Krisenzeit

 

Was auch immer einem Menschen den Boden unter den Füßen entzogen hat, in der Krisenzeit braucht er Anteilnahme, Verständnis und Halt. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Partner sich getrennt hat, der Job gekündigt wurde oder gar ein nahestehender Vertrauter gestorben ist. Während der Krisenzeit steht ein Mensch unter Schock und muss die Ereignisse erst einmal verarbeiten. Es sollte unbedingt Verständnis für die Trauer, die Wut und die Verzweiflung aufgebracht werden, denn nur auf diese Weise fühlt sich dieser Mensch gehalten und mit jemand anderem an seiner Seite verbunden. Sätze wie: “Ich stehe hinter dir”, “Ich verstehe dich”, “Es ist okay zu trauern/wütend zu sein/ Angst zu haben” “Wir stehen diese Zeit gemeinsam durch” “Ich bin für dich da” und ähnliche Sätze wirken nicht nur stabilisierend, der Betroffene fühlt sich in seinem Zustand ernst genommen und weiß, dass er sich aufgrund seiner Gefühlslage nicht zu schämen braucht. Auch Sätze wie: “Nimm dir so viel Zeit wie du brauchst, bis du das Ereignis verarbeitet hast”, wirken wahre Wunder und beschleunigen den Heilungsprozess sogar, da sie Entspannung in die Gefühlslage bringen und dem inneren Druck, funktionieren zu müssen, entgegenwirken.

 

 

Die Stabilisierungsphase

 

Ist die Krisenzeit überstanden, geht es darum, eine dauerhafte Stabilisierung aufbauen zu können. In dieser Phase beginnt der Mensch, gewisse Ereignisse zu realisieren, Rückblicke auf das Leben zu werfen und sich häufig in negativen Gedankenspiralen zu verstricken. Auch in dieser Phase sollten Gespräche mit positiven Affirmationen überwiegen. Auch gewisse Dinge mit Humor zu sehen und über besonders schlimme Ereignisse lachen zu können, kann helfen. Sätze wie: Du bist ein so starker Mensch, und ich weiß, dass du diese Zeit schon bald überwunden hast”, “Jeder Mensch erlebt Krisen in seinem Leben, aber diese Krisen gehen irgendwann vorbei”, “Wenn du diese Phase überstanden hast, dann bist du noch stärker als zuvor”, “In spätestens einem Jahr ist die Phase der Trauer/Wut/Verzweiflung vorbei und du wirst gar nicht mehr daran denken”, “Schmerz gehört zum Leben dazu, du wirst diese Zeit hinter dir lassen, das verspreche ich dir”. All das sind Sätze, die dem Menschen Mut zusprechen und ihn auf die Zukunft vorbereiten. Diese Sätze sollen Betroffene aus ihrer Negativspirale ziehen und ihnen vermitteln, dass es ein besseres Leben nach der Krise gibt. Sie müssen Schritt für Schritt beginnen, sich damit auseinander zu setzen und die Krisenthemen hinter sich lassen. Auch ist es in dieser Phase angebracht, Betroffene aus einem vielleicht selbst geschaffenen Nest herauszuholen, auf Spaziergänge mitzunehmen, Ausflüge zu machen oder auf andere Menschen zu treffen. Der Fokus muss in dieser Phase von der Krise weggelenkt werden.

 

 

Das Ende der Krise erreichen und diese innerlich verarbeiten

 

Die Stabilisierungsphase ist beendet, wenn mit deutlich weniger Emotionen über gewisse Ereignisse gesprochen werden kann. Alltägliche Dinge bereiten keine allzu großen Lasten mehr und die körperliche und psychische Belastbarkeit ist deutlich gestiegen. Nun ist es Zeit, die vergangenen Ereignisse konstruktiv zu reflektieren, Kritik an den richtigen Stellen zu üben und Zukunftspläne zu schmieden. Dies ist im Falle von selbsthervorgerufenen Krisen oder selbstverschuldeten Ereignissen besonders wichtig, damit das eigene Verhalten zukünftig angepasst werden kann. Doch sind Schuldzuweisungen fehl am Platz, denn diese rufen erneut Blockaden hervor und zerstören das Vertrauensverhältnis. Mit jedweder Schuld sollte verständnisvoll und liebevoll umgegangen werden. “Wir alle machen Fehler, um zukünftig aus ihnen zu lernen.”, “Fehler sind Teil des Lebens. Wichtig ist, es in Zukunft anders zu machen”, “Vorwürfe bringen rein gar nichts. Wir sollten uns ab jetzt auf die Zukunft konzentrieren und die Vergangenheit hinter uns lassen”. “Was wir nicht mehr ändern können, sollten wir ruhen lassen.” All dies sind Sätzen sollen Verständnis zeigen und Betroffenen ein gutes Gefühl der Akzeptanz vermitteln.

Doch manchmal wissen Menschen nicht um ihre Verantwortung und wälzen Ereignisse auf andere Umstände ab. Hin und wieder ist es auch wichtig, Betroffenen ihre Fehler aufzuzeigen, damit diese überhaupt erst ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass sie etwas an ihrem Verhalten ändern müssen. Hier muss äußerst behutsam vorgegangen werden, damit sich niemand angegriffen fühlt oder gar ein großer Streit entsteht. Dennoch sollten einige Dinge klar beim Namen genannt werden. Der Ton spielt dabei die Musik. Er sollte absolut sachlich und ruhig sein. “Ich kann nachvollziehen, warum du die Nerven verloren hast. Du hattest es auch nicht immer leicht. In Zukunft müssen wir dafür sorgen, dass du dir ausreichend Auszeiten nimmst, damit so ein Verhalten nicht mehr vorkommt.” “Fehler sind absolut menschlich, und auch ich habe Fehler begangen. Wichtig ist zu wissen, warum gewisse Dinge aus dem Ruder gelaufen sind. Meist liegt es daran, dass wir selbst mit allem überfordert waren. Ab jetzt sorgen wir dafür, unser Leben ausgeglichener zu gestalten. Auf diese Weise gehen wir mit uns und unseren Mitmenschen freundlich und friedfertig um.” Solche und ähnliche Sätze sollten darauf hinauslaufen, das eigene Leben zu reflektieren. Sie laden dazu ein zu besprechen, wie gewisse Verhaltensweisen, die zur Krise geführt haben, zukünftig unterbunden werden können. Ein gesunder Lebensstil, eine ausgewogene Psychohygiene, und bei Bedarf auch die Hilfe eines fachlichen Mediziners tragen dazu bei.

 


Fünf Worte, die einen Menschen aufbauen


1. Liebe
Liebe ist das stärkste, positiv aufgeladene Wort ,das es gibt. “Ich liebe dich” oder “Ich habe dich lieb” ist wohl einer der bedeutungsvollsten Sätze und sorgt für wohltuende Gefühle im Inneren eines jeden Menschen.

 

2. Freude
Tun wir etwas aus Freude, vergeht die Zeit wie im Fluge. Freude zu empfinden, ist eines der schönsten Gefühle. Freude sorgt dafür, dass wir morgens aufstehen. Wir freuen uns auf etwas. “Wir machen heute nur, was uns Freude macht” ist wohl der schönste Grund, morgens aus dem Bett aufzustehen. Freude ist das Gegenteil von Hoffnungslosigkeit. Sie treibt uns an. Vermitteln wir unserem Gegenüber, dass die Freude nicht mehr fern ist, und dass sie sein Leben schon bald wieder begleiten wird, wird er sich ganz sicher darüber “freuen”.

 

3. Zuversicht
“Du schaffst das” “Ich bin absolut zuversichtlich, dass dir dieser Schritt gelingt”. “Sei zuversichtlich, denn du wirst schaffen, was du dir vorgenommen hast” Diese Sätze vertreiben alle Ängste dieser Welt. Das Gehirn glaubt das, was es sieht und was es hört. Sagen wir unserem Gegenüber immer wieder, dass Zuversicht zum Erfolg und zu Selbstbewusstsein führt, wird es das schon bald. Es geht nichts über ein selbstbewusst und laut ausgesprochenes “Du schaffst das!”.

 

4. Entspannung
Das Wort Entspannung verbinden wir in unseren Köpfen gleich mit einem wohltuenden Schaumbad in einer warmen Badewanne bei Kerzenlicht. Oder mit einer angenehmen Ganzkörpermassage, bei der wir uns so richtig fallen lassen können. Benutzen wir das Wort Entspannung, feuert unser Gehirn schon bald mit inneren Bildern. Da können wir gar nichts dagegen tun, und das ist auch gut so. Denn selbst in der größten Krise weiß das Gehirn sofort, was das Wort Entspannung bedeutet.

 

5. Annehmen
“Wenn wir das annehmen, was war, und das annehmen, was kommt, brauchen wir um nichts mehr fürchten.” “Wir können nicht ändern, was geschehen ist, aber wir können es annehmen und Frieden damit schließen.” Etwas anzunehmen schafft inneren Frieden. Vor allem Dinge, die geschehen sind, sind geschehen. Dagegen anzukämpfen, kostet viel Kraft. Nehmen wir die Ereignisse an, wie sie waren, so beginnen wir, in die Zukunft zu blicken und die Vergangenheit hinter uns zu lassen. Auf diese Weise können wir die Stabilität aufbauen, die nötig ist, um ein wunderschönes, glückliches und zufriedenes Leben zu führen.

2 Review

  1. Hallo Maria,

    dein Beitrag ist toll. Worte können so viel…. gutes wie auch schlechtes und sie sind die stärkste Waffe, die wir haben. Der selbe Satz kann zur falschen Zeit an falscher Stelle alles zerstören. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort aber eben auch Wunden heilen.

    Für mich ist es wichtig, positiv zu sein und den Menschen mit positiven Worten das Leben zu verbessern. Ich habe bemerkt, dass es auch mir viel Kraft gibt.

    Auf meinem Blog habe ich einen Beitrag zum Thema positiv bleiben geschrieben.
    https://ichlust.blogspot.com/

    1. Hallo Michaela, vielen Dank für dein positives Feedback und deine Worte!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.