Laute(r) Gedanken fragt nach: Die menschliche Seele und ihr Selbstwertgefühl

Im Interview mit Tatjana Heidemann.

Als Musiktherapeutin bat ich Tatjana Heidemann, Dipl.Psychologin und Online Coach, mir ihre ganz persönliche Meinung über die Wirkung musiktherapeutischer Angebote in der Behandlung unterschiedlicher psychischer Störungen zu schildern. Meiner Meinung nach wissen die Menschen noch zu wenig über musiktherapeutische Interventionen und es kommt dazu, dass diese nonverbale Form der Psychotherapie unterschätzt wird. Also ging ich in die Spur und erhielt von Tatjana eine Antwort aus ihrer Sicht.

Als ich vor einigen Monaten Tatjana Heidemann kennen lernte, merkte ich sofort, dass daraus eine gute Zusammenarbeit entstehen kann. Eine Frau, die ihre Ziele mit Motivation, Mut und Stärke umsetzt und somit Gutes in die Welt trägt, steht diesmal Laute(r) Gedanken Rede und Antwort! Tatjana widmet sich ganz und gar den Themen Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein und ruft damit neue Projekte ins Leben, die Mut machen und Verbindungen schaffen.

 


Fragen über Fragen – das Interview mit Tatjana Heidemann


Stell dich doch kurz den Lesern vor!

 

Aber unheimlich gerne doch! Ich freue mich sehr bei der Aktion von Laute(r)Gedanken mitmachen und die Chance zu haben mich und meine Arbeit vorstellen zu dürfen!

Mein Name ist Tatjana Heidemann, ich bin Diplom Psychologin, zertifizierter Online Coach und Psychologische Beraterin. In diesen Funktionen arbeite ich auch seit 2017 selbstständig in meiner Onlinepraxis.

Den Wunsch Psychologin zu werden habe ich bereits seit meinem 16ten Lebensjahr. Für meinen Jugendtraum und meinen Traumjob habe ich viele Hürden und Herausforderungen auf mich genommen. Heute bin ich sehr dankbar dafür, das machen zu dürfen, was mir wirklich am Herzen liegt.

In meiner Arbeit als Psychologische Beraterin lasse ich mein Fachwissen und meine klinischen Erfahrungen einfließen und unterstütze Menschen in schwierigen privaten und beruflichen Situationen, verzwickten Entscheidungsphasen, bei der Neuorientierung und dem Gewinn von Klarheit und Fokussierung. Insbesondere die Themen Aufklärung über psychische Gesundheit und der Weg in die richtige Behandlungsform (z.B. ambulante oder stationäre Therapie) sind mir ein wichtiges Anliegen!

Als Coach widme ich mich meinem absoluten Lieblingsthema! Dies ist das Thema Selbstwertgefühl und die Beziehung, die Frauen zu sich selbst führen. Das Thema liegt mir so sehr am Herzen, dass ich nun dafür ganz neue Risiken eingehe und eine neue Bewegung ins Leben gerufen habe. Ich setze mich für mehr Selbstwert als Frau ein und möchte zudem einen großen Teil dafür beitragen, dass Frauen mehr Verbundenheit untereinander leben. Dieses Herzensprojekt trägt den Titel „Stunning Femininity!“ Auf dieser Seite https://stunningfemininity.de/ könnt ihr das Projekt kennenlernen!

Neben meiner Arbeit bin ich leidenschaftliche Musikhörerin und tanze für mein Leben gerne. Ich liebe meine Aquarellfarben und liebe es mit Farben auf Papier oder Leinwand zu experimentieren. Ich bin eine sehr naturverbundene Frau, werkle gerne im Garten, meditiere beim Rasenmähen und fühle mich insbesondere im Wasser in meinem Element. Ich liebe es mit meinem Mann auch mal kindisch sein zu können, herumzualbern und gemeinsam Abenteuer zu erleben.

 

Du bist zertifizierter Online Coach – was können sich die Leser darunter vorstellen?

 

In Deutschland ist die Berufsbezeichnung „Coach“ kein geschützter Begriff, sodass sich im Grunde jeder und als Coach bezeichnen könnte. Das hat Vorteile, aber sicherlich auch Nachteile.

Zu einem gewissen Zeitpunkt in meiner klinischen Arbeit wurde mir bewusst, dass ich nicht mein Leben lang als klassische Therapeutin arbeiten möchte. Ich entschied mich für einen alternativen Weg, um noch mehr Menschen zu erreichen und wichtige Themen wesentlich rechtzeitiger an die Menschen zu bringen. Als Coach sorge ich mich ganz um das Thema Selbstwertgefühl. Da mir ein gewisser Qualitätsstandart, Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit und Methodenvielfalt in der Arbeit wichtig sind, entschied ich mich eine Zusatzausbildung zum Online Coach zu absolvieren.

Für mich war schnell klar, dass ich auch gerne online arbeiten möchte. Das heißt über den Weg des Videochats (oder auch Videotelefonie genannt), der E-Mail oder der online aufgebauten Workshops. Ganz klassisch sind hier Gespräche über Skype oder die sehr moderne Form der Webinare. Ich möchte möglichst viele Menschen, insbesondere Frauen, erreichen und ihnen zu einem gesünderen Selbstwert verhelfen!

In der Ausbildung wurde ich auf die Arbeit im virtuellen Raum vorbereitet und darin geschult. Denn als Psychologin bringe ich eine ganze Menge an Erfahrungen mit Einzelgesprächen und Gruppenarbeit vor – jedoch alles offline. Das heißt von Angesicht zu Angesicht, also zum Anfassen nah. Zwischen der online und der offline Arbeit bestehen jedoch einige wichtige Unterschiede, die man als Profi beachten muss. So lernte ich in meiner Ausbildung, wie es ist ein guter online Coach zu sein und für meine Kund*Innen einen guten Job zu machen. Das ist mir sehr wichtig!

 


“Musiktherapie trägt in meinen Augen maßgeblich dazu bei, dass Patienten wieder zu sich selbst finden und einen anderen Weg finden mit eigenen Gedanken, Gefühlen und Belastungen umzugehen.”


 

Viele Menschen haben auch 2018 noch Scham, ganz offen darüber zu sprechen, dass sie psychologische Beratung in Anspruch nehmen. Was meinst du, sind die Gründe dafür?

 

Diese Frage wird leider auch die nächsten Jahre noch viel Aktualität haben. Das ist ein Zustand, der unserer Gesellschaft gar nicht gut tut und der noch bittere Konsequenzen haben wird, fürchte ich. Ich sehe folgende Gründe, die alle miteinander zusammenhängen:

⇒ Informationsmangel, Mangel an Transparenz und Klarheit:

 

Was gehört überhaupt zu dem Wort „Psyche“ – was soll das denn überhaupt sein? Was ist genau psychische Gesundheit? Was versteht man unter psychischen Problemen und wann würde man von psychischen Krankheiten sprechen? Wann macht es Sinn sich an einen Profi zu wenden? Wann schaffenen das gutgemeinte Funktionieren und die Durchhaltementalität mehr Schaden als dass sie einen Nutzen haben? Wie sieht eine Prävention für den Erhalt an Wohlbefinden und der eigenen Zufriedenheit aus? Welche Themen gehören überhaupt in die Beratung oder in die Therapie?

In unserer sehr aufgeklärten Gesellschaft gibt es bezüglich psychischer Themen einen großen schwarzen Fleck. Da wird nicht gerne hingeschaut, es wird aber gerne problematisiert und bewertet. Durch fehlende Informationen und geringe Transparenz im Gesundheitssystem fehlen den Menschen Verständnis, Vertrauen, Offenheit und Akzeptanz für „psychische Themen“. Die Psyche wird zum unerklärlichen Sonderfall.

 

⇒ Verschobene Werteorientierung und anerzogene Grundüberzeugungen:

Welche Werte werden den Menschen heute beigebracht? Und wo findet es statt?

Die Werteorientierung beginnt spätestens in der Grundschule. Hier und für den Rest des schulischen Werdeganges und später im Job werden folgende Werte beigebracht:

  • Anpassung
  • Pflichtgefühl
  • Konformität
  • Leistung
  • Durchhalten
  • Erfolg
  • Dualität

Mit diesen Werten werden maßgeblich Grundüberzeugungen geprägt, die große Auswirkungen auf das Leben der Menschen haben. Sowohl in der Schule, als auch im Beruf, aber auch innerhalb der Familie (und später auch in der Partnerschaft) verankern sich die Prinzipien:

  • Ich muss stark sein.
  • Ich darf nicht enttäuschen
  • Ich darf keine Fehler machen
  • Ich darf keine Schwäche zeigen
  • Ich muss Erwartungen erfüllen
  • Ich muss durchhalten/ funktionieren
  • Sei ein richtiger Mann – richtige Männer heulen nicht
  • Ich muss perfekt sein
  • Ich bin nicht gut genug
  • Ich darf keine Schwächen haben (und diese bloß nicht zeigen!)

Über allem schweben die Überzeugungen „ICH MUSS“ und „ICH DARF NICHT“. Das ist in den meisten Menschen so unglaublich tief verankert, dass das Erleben von belastenden Gefühlen bis hin zu psychischen Problemen als ein persönliches Versagen empfunden werden kann. Hier wächst die Scham sich mit seinen schwachen Seiten, in seinen schwachen Momenten und mit seinem echten Zustand zu zeigen. Es wächst die Scham und die Angst persönliche (Belastungs-)Grenzen einzuhalten, NEIN zu sagen und aus der Rolle zu fallen, in der man tief steckt.

Das Leben wird maschinell und der Mensch ein Stück weit zur Maschine.

Andere, zutiefst menschliche Werte hingegen werden nicht gefördert, gefordert und bei weitem nicht genug anerkannt.

 

Stigmatisierung, Schubladendenken, Entwertung:

Zu fehlenden Aufklärung kommt hinzu, dass psychische Themen gerne bewertet und beurteilt werden. Zuerst war es die Depression, die eine „Modekrankheit“ wurde. Dann wurde dem Burn-Out nachgesagt, das wäre die Krankheit der Neuzeit. Über Essgestörte spricht man schon mal so, als wären sie Aliens von einem fremden Planeten, die sich bloß beim Essen anstellen. Menschen mit Zwängen sind dann ganz irre und vor Menschen mit Schizophrenie muss man Angst haben. Das sind nur wenige Beispiele, die zeigen, wie schlimm die ENT-(Be)-wertung psychischer Themen ist. Und damit der Menschen, die diese Themen haben.

Zu dem gesellschaftlichen Wertesystem, orientiert nach HÖHER, SCHNELLER, WEITER, kommen dann Stigmatisierungen hinzu. Eine bittere Mischung, die bei den Betroffenen natürlich Scham und auch Angst hervorrufen.

 

⇒ Angst:

Es geht nicht allein um Scham, die den Betroffenen im Weg steht, um rechtzeitig Hilfe zu suchen. Es ist vielmehr Angst. Angst steckt oft hinter dem Schamgefühl, sodass die Scham nur die Angst deckelt.

Es ist die Angst verurteilt oder sogar ausgegrenzt zu werden und als Versager dazustehen. Es ist die Angst, dass man seine Beziehungen gefährdet. Die Angst, sogar seine Arbeitsstelle verlieren zu können. Es ist die Angst, sich die eigene Zukunft zu verbauen. Manchmal ist es aber auch die Angst, dass man keine Hilfe finden könnte. Dass einem nicht weitergeholfen werden kann. Dass man ein Sonderfall ist, ein totaler hoffnungsloser Fall. Oder die Angst, dass man nur ein Schwächling ist, der sich einfach nur blöd anstellt. Denn andere kriegen es doch auch alles hin!?

Doch bei vielen Menschen steckt hinter der Scham auch die Angst vor Veränderungen und vor der Wahrheit. Veränderungen bedeuten, dass man wirklich FÜR SICH SELBST aktiv werden, Eigenverantwortung übernehmen und die eigene Gewohnheitszone verlassen muss. Und schließlich ist es die Angst vor der Wahrheit. Manchmal nämlich ahnt man bereits, was man verändern oder tun müsste, dass es einem deutlich besser geht und dann kommt die große Angst dieser großen Wahrheit ins Gesicht zu blicken. Es ist also oft die Angst eine tiefe, leise und wahre Ahnung in einem selbst anzuerkennen und auszusprechen.

 

Tatjana, du schreibst seit März 2018 einen Community Blog auf Stunning Femininity  – warum gerade diese Namen?

 

Stunning Femininity ist als Name entstanden, um dem FrauSein und der Weiblichkeit einen besonderen Raum zu bieten. Es ist etwas sehr schönes und besonderes eine Frau zu sein. Leider wird das von den meisten Frauen nicht so empfunden und es wird den meisten Frauen auch nicht so „beigebracht“. Die meisten Frauen sind nicht gerade im Reinen mit sich selbst, mit ihrem Körper, ihrer Weiblichkeit und Sexualität. Das ist sehr schade, denn unsere Weiblichkeit mit all ihren Qualitäten ist ein großes Geschenk. Das Wort „stunning“ meint hierbei „atemberaubend“, denn das ist das FrauSein und das sind auch die ganz persönlichen Geschichten jeder einzelnen Frau.

Der Community Blog ist entstanden, als ich Anfang des Jahres einen Wunsch in eine Idee und diese dann in die Tat umgesetzt habe. 🙂 Im Rahmen einer großen Blogaktion wollte ich Frauen die Möglichkeit geben sich zu zeigen. Pur, authentisch, echt, berührend und inspirierend.

Jede Frau ist einzigartig und erlebt ihre ganz persönliche Geschichte von Wandel, Entwicklung und Wachstum. Und gleichzeitig sind wir Frauen doch auf einer bestimmten Ebene miteinander verbunden. Genau das greife ich im Community Blog auf, denn hier schreibe nicht nur ich (das wäre auch furchtbar langweilig! :-D). Ich lade Frauen dazu ein, sich mit einem Beitrag auf dem Blog zu zeigen und von sich selbst, ihren Geschichte oder einem Thema zu erzählen, das ihnen wirklich am Herzen liegt. Es sind nicht nur Blogerinnen eingeladen, sondern auch Frauen, die keine Erfahrungen mit dem Bloggen haben und keinen eigenen Blog führen. Damit möchte ich mehr Authentizität in die Bloggerwelt bringen und die Tür zum Schreiben ohne Voraussetzungen öffnen. Damit will ich auch mehr Verbundenheit unter den Frauen erschaffen, denn auf dem Blog dürfen Frauen sich gegenseitig inspirieren, andere berühren, motivieren, sich vernetzen und sich zeigen. Sie dürfen JA zu sich selbst als Frau sagen und einen Ort finden, an dem Weiblichkeit willkommen ist! Deswegen ist diese „Blogaktion“ nun vielmehr zu einer persönlichen Einstellung geworden, sodass jede Frau jederzeit die Möglichkeit hat einen Beitrag auf dem Community Blog zu veröffentlichen. Wie das im Übrigen geht, kannst du HIER erfahren!

 

Kannst du mir und meinen Lesern verraten, weshalb dir das Thema Selbstwert so am Herzen liegt?

 

Mit dem Thema niedriges Selbstwertgefühl bin ich natürlich selbst groß geworden. Ohne, dass es mir damals bewusst war, dass ich dieses Thema selbst hatte. Nur wusste ich damals, was in mir vorging, wie ich mich fühlte, was ich über mich dachte und wie viel ich mich mit anderen verglich. Ich führte ein unglückliches Leben und kämpfte mit meinem Minderwertigkeits-Empfinden. Dank meines großen Vorbilds und meines Mentors habe ich den Bogen noch gekriegt und mich auf eine positive Entdeckungsreise zu mir selbst begeben. Damals war ich 16 Jahre alt. Ich begann Selbstsicherheit, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein immer weiter auszubauen, lernte mich immer besser selbst kennen und lernte meine Stärken zu schätzen und aktiv einzusetzen. Im Erwachsenenalter lernte ich, wie es heißt Selbstfürsorge zu leben und Selbstliebe zu spüren. Das ist alles ein Prozess, denn es bedeutet immer mehr zu sich selbst zu finden und mit sich selbst ins Reine zu kommen. Und das ist so ziemlich das Beste, was einem im Leben passieren kann. Die gesamte Lebensqualität und selbst der gesundheitliche Zustand verändern sich, wenn man einen gesunden Selbstwert lebt. Das durfte ich am eigenen Leib erfahren.

Heute kann ich rückblickend sagen, dass ich mit Mitte 20 zu einem gesunden Selbstwertgefühl gefunden habe!

Neben meiner persönlichen Erfahrung gibt es natürlich die fachliche Seite. Denn interessanterweise habe ich bis nach dem Psychologiestudium höchstens von dem Wort „Selbstwert“ gehört. Aber ich hatte a) keine Ahnung, was es bedeutet und b) keinen Schimmer, warum es so verdammt wichtig ist für ein erfülltes und zufriedenes Leben. Das ist heute einer meiner Kritikpunkte am Psychologiestudium … dieses für unser Leben wesentliche Thema um den Selbstwert kommt sträflich zu kurz!

Mein persönlicher Weg begann dank meines Mentors (es war mein Patenonkel) und später immer mehr aus mir heraus. Ich habe für mich gekämpft, aber nie geahnt, dass andere Menschen auch so ähnliche Probleme und Themen haben könnten wie ich.

Erst später in meiner Arbeit als Psychologin erkannte ich an meinen Patienten, dass ein niedriges Selbstwertgefühl hinter den meisten psychischen Problemen steckt. Es ist egal, ob es sich um Burn-Out, Depression, Essstörungen, Angsterkrankungen, Eheprobleme, Mobbing, Probleme bei der Bewältigung von Gefühlen oder um Kommunikationsprobleme handelt… hinter all diesen Themen steckt meistens ein niedriges Selbstwertgefühl. Dies zu erkennen war einerseits erschreckend, aber andererseits auch sehr aufschlussreich.

Heute sehe ich ein niedriges Selbstwertgefühl als das grundlegende Problem der Menschen, welches im Nachgang zahlreiche andere Probleme und Belastungen nach sich zieht. In meiner Arbeit wurde ich darin immer und immer wieder bestätigt. Es ist das schönste, was man als Therapeutin erleben kann, wenn man seinen Patienten dabei hilft den Glauben an sich selbst zu stärken und sie wieder näher zu sich selbst bringt!

Heute sehe ich meine Aufgabe als Psychologin und nun auch als Coach, mich nicht um oberflächliche Themen und nicht um Symptome zu kümmern. Ich sehe meine Aufgabe darin an die Kernthemen von uns Menschen zu gehen, denn genau da warten die schönsten, effektivsten und nachhaltigsten Veränderungen!

 

 


“Heute sehe ich ein niedriges Selbstwertgefühl als das grundlegende Problem der Menschen, welches im Nachgang zahlreiche andere Probleme und Belastungen nach sich zieht.”


 

Du als Psychologin – wie ist deine ganz persönliche Meinung zur Musiktherapie als nonverbale Form der Psychotherapie?

 

Ich halte die Musiktherapie (und auch die Kunsttherapie) für absolut unverzichtbar!!! Es ist eine Bereicherung im therapeutischen Bereich! Mit Hilfe der Musiktherapie erhält man einen ganz anderen Zugang zu den Patienten. Die Arbeit ist tiefer, emotionaler und wesentlich authentischer was die Gefühlswelt der Patienten angeht. Die Wirkung von Musik ist lösend, öffnend, entspannend, weitend und heilsam. Sie hilft sich zu fokussieren, sich zu spüren, sie hilft zu verarbeiten und vor allem hilft Musiktherapie eigene Blockaden zu überbrücken und über die eigenen Fassaden und Schutzmauern hinweg zu kommen. Damit trägt die Musiktherapie in meinen Augen maßgeblich dazu bei, dass Patienten wieder zu sich selbst finden und einen anderen Weg finden mit eigenen Gedanken, Gefühlen und Belastungen umzugehen.

All das kann nicht jeder Psychotherapeut leisten und die Psychotherapie an sich hat Grenzen! Deswegen ist die Musiktherapie eine perfekte Ergänzung und ich gehe sogar soweit, dass Musiktherapie viel mehr Anerkennung und Akzeptanz in der Grundversorgung von Patienten braucht!

 

Warum ist für dich eine interdisziplinäre Sichtweise in der Behandlung von Menschen mit unterschiedlichen bio-psycho-sozialen „Störungen“ wichtig?

 

Das ist eine verdammt gute Frage und ich finde jeder Behandler sollte sich genau mit dieser Frage konfrontieren!

Das menschliche Erleben und Verhalten, unsere Psyche ist äußerst komplex! Ja vermutlich das Komplexeste an uns Menschen 🙂 Und zudem hängen unsere Psyche und unser Körper unzertrennlich zusammen. Es wäre genau aus diesem Grund anmaßend zu behaupten, dass nur eine einzige Sichtweise dieser Komplexität gerecht werden könnte. Zudem ist jeder Mensch einzigartig. Selbst wenn wir versuchen Theorien für ein besseres Verständnis zu entwickeln und in unserer Behandlung Parallelen schlagen mit Symptomen und Syndromen, so kann keine Theorie, kein Erklärungsmodell und keine Therapie dieser Welt die Individualität der Menschen aufgreifen und dieser gerecht werden.

Deswegen ist für mich eine interdisziplinäre Sichtweise schier unverzichtbar, wenn man therapeutisch das Maximum an Effektivität und positiver Wirkung für seine Patienten herausholen möchte.

 

Welche Projekte verfolgst du 2018 mit deinem Blog? Was werden wir von dir lesen können?

 

Mein persönliches Highlight 2018 ist Stunning Femininity und der Community Blog. Ich wünsche mir, den Community Blog ins Rollen zu bringen und möglichst viele Frauen mit ihm zu erreichen. Ich wünsche mir, nicht die einzige Bloggerin auf meinem Blog zu sein, sondern viele wundervolle Menschen als Autoren willkommen heißen zu dürfen. Ich wünsche mir, keine Einbahnstraße mehr zu fahren.

Doch neben dem Community Blog gibt es tatsächlich viel größere Pläne. Ich möchte mehr Gutes in die Welt bringen als Psychologin und als Coach. Ich möchte über psychische Gesundheit aufklären, Menschen auf ihrem Weg in ein besseres Leben unterstützen und vor allem mich dem Thema Weiblichkeit widmen. Und da ich eine bessere Rednerin bin, als Autorin, werde ich meine Schwerpunkte auf Vorträge, Seminare und Gruppencoachings legen!

 


Lieben Dank für dich! Es ist sehr spannend, mehr über deine Arbeit zu erfahren und ich denke, dass einige essentielle Fragen beantwortet sind, die auch die Leser interessieren.

Mehr von Tatjana lest ihr unter

www.tatjanaheidemann.de


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