ABC eines Therapeuten (nach M. Grohmann) /// Teil VI

Qualitätsbedacht, praxisnah und realitisch sind Schlagworte des TherapeutenABCs nach M. Grohmann

Wie immer am Anfang, eine kurze Erklärung:

Ich habe mir für jeden Buchstaben des Alphabets eine Eigenschaft überlegt, die mir innerhalb des therapeutischen Arbeitens sehr wichtig erscheint. Selbstverständlich gibt es für jeden Buchstaben noch viel mehr gute Einfälle und vor allem wichtige Eigenschaften – dann hinterlasst sie mir doch gerne als Kommentar unter diesem Beitrag. Ich würde mich sehr freuen!

Heute gibt es die Buchstaben P, Q und R. Die nächsten Buchstaben folgen jeweils in den nächsten Wochen, bis das Alphabet vollständig ist und es eine Zusammenfassung für meine Leser gibt!

Und – los gehts!

 

P

Praxisnah

Basiswissen und noch viel mehr darüber hinaus ist es, was wir uns aneignen sollen, dürfen und müssen, um verantwortungsbewusst und mit bestem Wissen mit Patienten arbeiten zu können. Doch ist es für Patienten eher verwirrend, wenn wir mehr theoretischen Input innerhalb der Therapieeinheit geben als das ganze praktisch umzusetzen, was in der Theorie so gut funktionieren soll. Logischerweise geht es innerhalb eines therapeutischen Settings auch darum, aufzuklären und theoretische Hintergründe zu erläutern. Aber nicht jeder kann mit medizinischen, pädagogischen oder psychotherapeutischen Fachbegriffen umgehen – und ganz ehrlich: das sollen unsere Patienten auch gar nicht.

 

Q

Qualitätsbedacht

Qualität vor Quantität! Auch wenn wir häufiger hören, wie oft es doch um die Anzahl an Patienten geht, die wir tagtäglich behandeln sollen ist es wohl viel lohnenswerter, sich häufiger darauf zu besinnen, weshalb wir da sind. Nämlich, um Menschen zu helfen, ihnen ihren Lebensweg in gewisser Art und Weise zu ebnen und das mit Methoden, die wirklich hilfreich für den Patienten sind.

 

R

Realistisch

Einer 90-jährigen Dame, die palliativ betreut wird und große Schmerzen hat, eine PEG anlegen, um die Nahrungszufuhr zu garantieren? Eine Langzeittherapie, in der das Elternhaus nicht in der Lage ist, Anleitung zum häuslichen Üben anzunehmen und die Therapie seit unheimlich langer Zeit stagniert? Ein Patient, der wohl vor der logopädischen Therapie in einer Ergo- oder Physiotherapie vorstellig werden sollte? Seien wir doch lieber realistisch, statt drauf los zu therapieren. Seien wir realistisch gegenüber uns, unseren Patienten und vor allem den Angehörigen – viel zu vielen Angehörigen wird eine beschönigte Version des Krankenstands verschafft, um ihnen nicht noch mehr Sorgen zu bereiten. Und dabei vergessen wir manchmal, wie dankbar sie uns sind, wenn wir ihnen einfach ehrlich gegenübertreten und ihnen ein realistisches Therapieziel vor Augen führen.

 

Nächste Woche erwarten euch die nächsten drei Buchstaben –

seid gespannt!

 

 

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One Review

  1. Liebe Maria,

    auch diese drei Buchstaben finden mit
    praxisnah
    qualitätsorientiert
    realistisch
    meine komplette Zustimmung!

    Zu R fällt mir spontan noch reflektiert ein.
    Ich hab doch leider den ein oder anderen Therapeuten erlebt, der von seinen Klienten Reflexion erwartet hat, aber leider selbst nicht dazu in der Lage war. Ich glaube, dass die Fähigkeit zur Selbstreflexion eine sehr wichtige Eigenschaft von einem (guten) Therapeuten ist. Über sich selbst, das Denken, Handeln, Fühlen, über die Interaktion mit den Klienten und die eigene Wirkungsweise zu reflektieren hilft enorm die eigene Arbeit zu verbessern und auch menschlich sich weiterzuentwickeln.

    Herzliche Grüße
    Tatjana

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