ABC eines Therapeuten (nach M. Grohmann) /// Teil V

Die Buchstaben M, N und O stehen im Therapeuten-ABC nach M. Grohmann für menschlich, neugierig und offen.

Wie immer am Anfang, eine kurze Erklärung:

Ich habe mir für jeden Buchstaben des Alphabets eine Eigenschaft überlegt, die mir innerhalb des therapeutischen Arbeitens sehr wichtig erscheint. Selbstverständlich gibt es für jeden Buchstaben noch viel mehr gute Einfälle und vor allem wichtige Eigenschaften – dann hinterlasst sie mir doch gerne als Kommentar unter diesem Beitrag. Ich würde mich sehr freuen!

Heute gibt es die Buchstaben M, N und O. Die nächsten Buchstaben folgen jeweils in den nächsten Wochen, bis das Alphabet vollständig ist und es eine Zusammenfassung für meine Leser gibt!

Und – los gehts!

M

Menschlich

Unsere Patienten sind Menschen. Wir sind Menschen. Damit ist doch eigentlich alles gesagt? Es ist von großer Bedeutung und hat für mich den höchsten Stellenwert innerhalb einer therapeutischen Beziehung, sich nicht über den Patienten zu stellen, sondern auf gleichwertiger Stufe mit ihm zu reden, arbeiten und seine Situation ernst zu nehmen. Menschlichkeit heißt aber auch, dass „Irren menschlich“ ist und dass kein Mensch und somit auch kein Therapeut fehlerfrei ist und sich dies auch eingestehen sollte. Patienten fühlen sich gut aufgehoben, wenn wir ihnen freundlich gegenüber stehen und nicht von oben herab mit Fremd- und Fachwörtern um uns werfen, wenn es die Situation nicht erlaubt.

N

Neugierig

Ich definiere mit meinem Punkt des Neugierigseins nicht das Ausfragen, Nachbohren oder ständiges Hinterfragen, wenn es der Patient nicht möchte. Vielmehr meine ich damit, neugierig und ohne Vorurteile einem neuen Patienten zu begegnen und sich darauf einlassen, was jener mit sich bringt und für die Therapie bereithält. Auch wenn wir tausende Therapiemethoden und Ideen im Hinterkopf haben sollten, brauchen wir doch manchmal nur in genau diesem einen Moment die Methode, die angebracht ist. Als Therapeuten können wir dann übrigens auch neugierig uns gegenüber sein – welche neuen Ideen können wir entwickeln, die sich als sinnvoll erweisen und der Hilfe dienen?

O

Offen

Ob jung oder alt, klein oder groß, mit viel Erfahrung oder weniger viel Erfahrung – wir sollten offen sein für jeden Menschen, der uns innerhalb unserer Arbeit begegnen. Ein offenes Zugehen schafft ein echtes Vertrauensverhältnis zum Patienten und gibt uns die Gelegenheit, gute Gespräche zu führen, die uns nach und nach zur Geschichte des Patienten bringen, die er mitbringt und uns bruchstückhaft im Laufe der Therapiezeit „zumutet“ und sich während seines Lebens „zugemutet“ hat.

Offenheit bedeutet für mich übrigens auch, dass wir unter Kollegen offen sind für die Ideen der anderen!

 

Nächste Woche erwarten euch die nächsten drei Buchstaben –

seid gespannt!

 

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