ABC eines Therapeuten (nach M. Grohmann) /// Teil III

Kaffeebohnen als Buchstaben gelegt.

Wie immer am Anfang, eine kurze Erklärung:

Ich habe mir für jeden Buchstaben des Alphabets eine Eigenschaft überlegt, die mir innerhalb des therapeutischen Arbeitens sehr wichtig erscheint. Selbstverständlich gibt es für jeden Buchstaben noch viel mehr gute Einfälle und vor allem wichtige Eigenschaften – dann hinterlasst sie mir doch gerne als Kommentar unter diesem Beitrag. Ich würde mich sehr freuen!

Heute gibt es die Buchstaben G bis I. Die nächsten Buchstaben folgen jeweils in den nächsten Wochen, bis das Alphabet vollständig ist und es eine Zusammenfassung für meine Leser gibt!

Und – los gehts!

G

Geduldig

Ein Schritt folgt dem nächstem – das ist so, wenn wir laufen und genauso haben wir das Laufen gelernt. Wir sind dabei hingefallen und immer wieder aufgestanden – uns hätte früher nichts davon abhalten können, immer und immer wieder von vorne zu beginnen, auch wenn wir es schon so oft versucht haben. Es fällt uns wohl mit dem Erwachsensein immer etwas schwerer, diese Geduld für das etappenweise Vorgehen in Erinnerung zu rufen – doch nur, wenn wir unserem Gegenüber vermitteln, dass wir ihm Zeit geben für das, was ihm helfen wird, so wird das bereits Erlernte gefestigt, übernommen und übertragen. Geduldig sein heißt aber auch, geduldig mit uns selbst zu sein – zu hohe Erwartungen an eine Therapie und deren Erfolg hindern uns an der Beachtung der kleinen Schritte.

H

Humorvoll

Ein humorvoller Umgang mit unseren Patienten ist für mich eine wichtige Voraussetzung für eine therapeutische Beziehung. Bei dem einen braucht es mehr, bei dem anderen weniger Humor – aber vor allem ist es auch wichtig für uns Therapeuten, auch mal über uns selbst zu lachen. Denn das ist menschlich. Ein ehrliches Lächeln, ein angebrachter Witz oder ein spaßiges Wort zur rechten Zeit kann ebenfalls Barrieren hemmen.

I

Interdisziplinär

Nicht nur unsere Patienten profitieren von einem interdisziplinären Austausch mit anderen therapeutischen Bereichen sowie den verordnenden Ärzten, sondern auch wir als Therapeuten. Geht es um ein bestimmtes Behandlungsfeld, das von anderen Therapeuten bedient wird, ist meiner Meinung nach der kürzeste Weg eine direkte Frage an den Kollegen.

 

Nächste Woche erwarten euch die nächsten drei Buchstaben –

seid gespannt!

 

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One Review

  1. Liebe Maria,
    da haben Sie wieder tolle Eigenschaften auf den Punkt gebracht. Ich finde vor allem humorvoll wichtig, insbesondere dann, wenn’s mal schief läuft. Zum Beispiel hatte ich letzte Woche ein Kennenlerngespräch, bei dem wirklich alles schief lief, was hätte schief laufen können (von der Technik her) und die Klientin war nervös, verwirrt und natürlich auch irritiert über die Situation – und genau da kann Humor enorm hilfreich sein, um der Person zu vermitteln: “Hey, es läuft gerade alles drunter und drüber, aber ich kann darüber lachen, es ist Okay und ich werde mich trotzdem ganz dir zuwenden, wenn das Chaos vorbei ist.”
    Auch in Gruppensituation kann Humor eine wahre Technik sein und hilft nicht zuletzt authentisch zu bleiben.

    Man darf mit dem Humor nur nicht die Grenzen der KlientInnen überschreiten. Denn wenn man es zu weit treibt, fühlt sich der Gegenüber vielleicht nicht mehr ernst genommen oder sogar abgewertet.

    Herzliche Grüße
    Tatjana Heidemann

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