Gastbeitrag /// The Creative Bug

Ein Gastbeitrag von www.resonanz-gestalten.de

Der Alltag ist gut darin, sich wie eine taube Stelle schleichend auf der Haut auszubreiten. Unvermeidbare Abläufe. Ineinandergreifende Zahnräder. Ein Uhrwerk der Notwendigkeiten. Wir tun was zu tun ist, während uns die Verheißungen einer bunten Welt von Bildschirmen aus zusehen und über uns lachen. Doch irgendetwas ist da. Etwas, das wohlweislich und mit Bedacht den Wunsch die Welt und Dinge zu gestalten, in uns eingepflanzt hat. Es schläft in vielen, erwacht in einigen und bevölkert so manche. Teil ist es von jedem – mehr oder weniger lebendig. Ein bunter Käfer, der bei jedem in anderen Farben schimmert.

 

Oft krabbelt er über meine Haut, bis es mir in den Fingern juckt und ich zu Stift oder Pinsel greife. Er flüstert mir Geschichten ins Ohr, malt manchmal diffuse, manchmal klare Bilder in meinen Kopf. Er zeigt mir die Farben der Welt und besteht energisch darauf, dass ich sie ansehe. Versuche ihn zu ignorieren, werden mit einem leeren Gefühl bestraft. Dann zieht er aus, geht auf Reisen sonst wohin. Doch irgendwann ist er zurück und macht sich wieder bemerkbar.

Er begleitet mich so wie ein alter Freund, der immer wieder anklopft auch wenn ich ihn weggeschickt habe. Er umschifft die Insektenfallen bestückt mit der Angst vor Fehlern und den Meinungen anderer. Ich lasse ihn jetzt bei mir wohnen, frage ihn über seine Abenteuer aus. Zusammen gehen wir die Welt entdecken und suchen nach der einen Sprache, die für mich gedacht ist.

 

Wenn ihr das Kribbeln bemerkt, habt keine Angst. Vielleicht ist es auch für euch ein Impuls, eine neue Sprache und damit die Welt auf eure Art zu entdecken. Lasst den Stift kreisen, tanzen, Geschichten erzählen. Formt, baut, kombiniert, kreiert. Von Kopf und Herz in die Hand. Erlaubt euch die Kreativität, wenn ihr Spaß daran habt. Sie kann ein Teil von euch werden.

 

Diese Gedanken über den „Creative Bug“ sind inspiriert von Hugh MacLeod und Tim Burton. MacLeod wurde mit seinen Zeichnungen auf Visitenkarten bekannt und hat ein Buch darüber geschrieben, wie man seine Kreativität leben kann und was es heißt, wenn man sie zum Beruf machen will: „Ignore everybody – And 39 Other Keys to Creativity“. Er erzählt darin eine kleine Episode, wie er auf Filmemacher und Künstler Tim Burton traf, der zu ihm sagte: „Well, if you have the creative bug, it isn‘t ever going to go away. I‘d just get used to the idea of dealing with it.“ Sicher, man muss es nicht gleich zum Beruf machen. Aber auch abgesehen davon kann der kleine Käfer das Leben des ein oder anderen bereichern, der ihn krabbeln hört.

 

3 kleine Tipps: So füttert ihr den Käfer:

 

  • Schaut euch die Wolken an und lasst die Fantasie spielen. Welche Formen fallen euch auf? Ist da vielleicht etwas zu erkennen?
  • Kritzelt! Lasst den Stift tanzen und beobachtet eure Gedanken dabei, wie sie kommen und gehen. Bloß keine Angst vor dem Papier. Man sagt, es sei geduldig. Es müssen keine Kunstwerke entstehen.
  • Ihr kennt vielleicht das Ritual, vor dem Schlafengehen drei schöne Dinge aufzuschreiben, die euch an einem Tag begegnet sind. Zeichnet doch diese drei Erlebnisse einmal auf, anstatt zu schreiben.

 

 

Maria von Resonanzgestalt hat sich mächtig ins Zeug gelegt und einen Beitrag für Laute(r) Gedanken geschrieben. Und weil sie gleichermaßen eine so begabte Künstlerin ist, zeichnete sie das Bild direkt selbst dazu!Herzlichen Dank an dich!

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