Eine therapeutische Beziehung sollte nicht auf Sand gebaut sein!

Paltja de Palma - eine Sandburg, die eine unglaubliche Geschichte erzählen kann.

Während langen Zeiten der Ausbildung, uns unendlich vorkommenden Vorlesungen in Fächern und Kursen, die uns scheinbar später nichts mehr nützen wollen und Hausarbeiten, die wissenschaftlich fundiert geschrieben werden sollen, vergessen wir oftmals, dass WIR als MENSCHEN und THERAPEUTEN der Wirkfaktor überhaupt innerhalb eines therapeutischen Prozesses sind. Wir begegnen unseren Patienten und alles, was anfangs zählt ist selbstverständlich auch unser Wissen und unsere geistige Grundlage, auf derer wir unser Arbeit vollziehen – doch vielmehr ist es die Beziehung zu uns, die dem Patienten das Gefühl gibt, dass er sich bei uns in guten und kompetenten Händen fühlen kann. Mir geht es auch oftmals so, dass ich, wenn ich auf Weiterbildungen unterwegs bin und andere Therapeuten sehe und in Gespräche komme, oftmals darüber nachdenke, bei wem ich mich wohl fühlen würde und für wen ich keine Sympathie aufbauen kann. Mir ist völlig klar, dass jeder von uns anders arbeitet, individuelle Therapiegestaltungen vornimmt und ein anderer Schlag Mensch ist – so, wie jeder, dem wir auf der Straße begegnen, eine andere Art und Weise an den Tag legt, ein „Hallo“ rüberzubringen. Doch wir als Therapeuten sind nicht nur die Fachmänner und –frauen auf unserem Gebiet, sondern auch Bezugsperson und Offene-Ohren-Haber für die Sorgen, Seelennöte und Probleme derer, die sich uns anvertrauen. Und es ist unheimlich wichtig, dass sich unsere Patienten in einem angepassten Nähe-Distanz-Verhältnis uns anvertrauen, aber eben auch, dass wir Therapeuten darüber wissen, dass wir auch einfach MENSCHEN sind. Wir sind Menschen, die anderen helfen, ihnen Möglichkeiten zur Selbsthilfe geben, ihnen zuhören, ihnen Ratschläge geben in Momenten, in denen sie selber mit ihren kreisenden Gedanken zu keiner Lösung finden. Wir sind die, die da sind, wenn auch mal keiner da ist, wir sind die, die kreative Ideen haben, neue Informationen herausgeben und so manch einen Wissensdurst stillen.

 

Dann sollten wir auch die sein, die eine therapeutische Beziehung nicht auf Sand bauen!

 

Bezugnehmend darauf habe ich mich mal mit den Therapeutenvariablen nach Carl Rogers beschäftigt und fand auf meiner Suche danach einen guten Überblick, mit dem ihr euch nun hier vertraut machen könnt.

 

Viel Spaß damit!

 

Therapeutische Grundhaltungen nach Carl Rogers

 

 

Kongruenz:

 

Carl Rogers versteht unter Kongruenz Echtheit, Unverfälschtheit und Transparenz seitens des Therapeuten. Nur, wenn der Therapeut echt und vor allem menschlich auftritt, kann sich eine Vertrauensbasis entwickeln. Das ist übrigens nicht nur im therapeutischen Geschehen so 😉

 

Empathie:

 

Empathie meint das Verständnis gegenüber des Patienten und dessen Situation, seinen erlebten Erfahrungen und inneren Werten, die er mitbringt. Nur wenn wir zuhören und unser Gegenüber kennenlernen wollen, können wir im therapeutischen Setting die Welt ein Stück weit mit seinen Augen sehen, uns besser in seine Lage hinversetzen und somit das Vertrauensverhältnis zwischen Therapeut und Patient stärken. Doch auch hier ist Vorsicht geboten: zu viel spürbare Empathie kann sich auf das Nähe-Distanz-Verhältnis auswirken!

 

Positive Wertschätzung:

 

Schon von Carl Rogers, von dem jeder ausgebildete Therapeut sicherlich schon einmal in seinem Leben gehört hat, können wir lernen, dass „Akzeptanz“ als eine der therapeutischen Grundhaltungen im therapeutischen Prozess mit Patienten unabdingbar ist. Der Patient steht im Mittelpunkt der Therapie – mit all seinen Ressourcen und auch Schwächen, die es für uns zu akzeptieren gilt. Ist der Therapeut in der Lage, den Patienten als Individuum zu sehen und zu akzeptieren, was er „mitbringt“, dann kann ein therapeutischer Prozess und eine Veränderung stattfinden, die der Therapeut dem Patienten ermöglichen will. Es geht nicht darum, unserem Gegenüber unsere Einstellungen und Meinungen aufzudrücken, sondern vielmehr darum, sein emotionales Leben und die daraus resultierenden Handlungen als Teil des ihm innewohnenden Charakters zu sehen und ihn als jenen zu betrachten, der er ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

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