„Moin Moin“ und „Ahoi“ – Der Stolz der Dialekte

Dialekte schaffen ein Zusammengehörigkeitsgefühl und machen unseren Sprachgebrauch aus!

Am Hafen der Stadt Hamburgs entlang schlendernd, vernehme ich hier und da eine irrsinnig hohe Anzahl verschiedener Dialekte. Als Stadt mit unzähligen Touristen, die durch viele sehenswerte Attraktionen und kulturelle Highlights regelrecht angezogen werden, konnte ich dieses spannende Phänomen, das mir selbstverständlich auch schon in einigen anderen Orten, ja sogar direkt vor der Haustür, begegnet ist, mit voller Neugier und Aufmerksamkeit beobachten. Während ich einen kleinen, mit viel Liebe zum Detail eingerichteten Souvenir-Shop betrete, kommt mir ein freundliches, aber bestimmtes „Moin Moin“ von den Ladenbesitzern entgegen. „Moin Moin“ mitten am Nachmittag? So ist es in Hamburg. Und es gehört zum Flair dieser Stadt dazu. Ein sprachliches Phänomen, das uns in unzähligen Gebieten, Bezirken, Dörfern, Städten und Bereichen unseres Lebens begegnet und auch immer wieder für spannende Momente in der Kommunikation sorgt – denn manchmal ist es gar nicht so einfach, einem außergewöhnlichen Dialekt im Gespräch zu folgen, wenn wir nicht ständig damit in Berührung sind und die konkrete Bedeutung der Wörter zuzuordnen wissen und die Sprachmelodie für uns nicht ganz nachvollziehbar ist. Aber genau das ist es – die Dialekte dieser Erde sind es, die unsere Sprache so vielfältig und spannend gestalten, mit Schönheit ausfüllen und ihr Kreativität zusprechen.

 

Dialekte schaffen ein Zusammengehörigkeitsgefühl!

Dialekte werden in Gruppen gesprochen, wie es auch der ursprüngliche griechische Begriff des Dialekts beschreibt. Sie führen Menschen eines bestimmten Gebietes zusammen und stärken deshalb die eigene Identität sowie die Rolle dieser innerhalb eines Wir-Gefühls. Es bestärkt und gibt uns ein Gefühl der Heimat, das Gefühl zu wissen, wo ich eigentlich herkomme.

 

Dialekte schaffen Gesprächsstoff!

Sicherlich kennt das jeder von uns: sind wir unterwegs und treffen auf unbekannte Menschen, die eine besondere Sprachmelodie und Worte in ihrem Sprachgebrauch benutzen, die uns eher weniger bekannt vorkommen, versuchen wir erst einmal selbst dahinter zu kommen, aus welcher Region unser Gegenüber kommen könnte. Fassen wir den Mut und fragen doch einfach! Es ist spannend, welche Wörter in welcher Region eine andere Bedeutung haben, anders ausgesprochen oder betont werden.

 

Dialekte sind humorvoll!

Überschäumend witzig begegnen uns manche Menschen mit ihren begeisterungsfähigen Mundarten und bringen uns damit ein Lächeln auf die Lippen.

 

Dialekte schaffen aber ebenso Kommunikationsbarrieren!

Begegnen wir einem Menschen mit einem Dialekt, der sehr schnell und mit vielen variablen Wörtern gesprochen wird, fällt es uns nicht immer leicht, den Inhalt gleich zu verstehen. Besonders am Telefon, wenn wir das Mundbild des Gesprächspartners nicht direkt vor uns haben, ist es manchmal mehr ein heiteres Rätselraten als ein leichtfertiges Verstehen des Gesagten.

 

Dialekte sind an kein Bildungsniveau gebunden!

Sie werden in jeglichen sozialen Schichten gesprochen und lassen uns stolz machen!

 

Dialekte lassen uns dazu lernen!

Wir lernen von anderen Dialekten neue Elemente des Sprachgebrauchs kennen, vergleichen Wörter miteinander und entdecken diese auch neu. Wir können ebenso mit diesen neuen Wörtern ein bisschen spielen und dadurch entdecken, was wir mit Sprache und Stimme alles können – dabei darf der Humor selbstverständlich nicht fehlen.

 

So gibt es fesselnde Eigenschaften in der sprachgebrauchlichen Verwendung von Dialekten / Mundarten, die uns zusammenführen, aber auch voneinander trennen können. Seid doch einmal aufmerksam auf die Dialekte, die euch begegnen, wenn ihr unterwegs seid oder mit anderen zu tun habt – welche Wörter findet ihr besonders amüsant? Welchen Dialekten hört ihr begeistert zu?

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