Zeit für ein Seelenworkout

Zeit für sich nehmen.

Jeder kennt sie – die Kurse, die an allen Wochentagen am Abend angeboten werden und der Gesundheit dienen. Sie sind in der Zeit von 19 bis 20 Uhr oder noch später – ein Workout, durch das all der Stress, die Hektik und die Belastungen des Alltags mal hinten an gestellt werden. Einmal in der Woche am Abend so richtig den Stress herausschwitzen, mit aller Kraft die Hanteln und die Sorgen in die Luft bewegen, die Beine und Füße schneller und schneller laufen lassen oder beim Tanzen die Hüften schwingen lassen. Werbesprüche wie „Bleiben Sie fit“ „Gönnen Sie Ihrem Körper etwas Ruhe nach dem stressigen Tag im Büro“ oder „Lassen Sie Ihren Körper neue Energie tanken“ locken die Kursteilnehmer, sich einmal in der Woche aufzuraffen und der Müdigkeit und Abgespanntheit des Körpers zu trotzen. Ist euch schon aufgefallen, dass jeder dieser Kurse von Rhythmus und Takt lebt, von lebendiger Musik und energiegeladenen Beats? Von Musik, die mal mit mehr und mal mit weniger Bass laut durch den Raum schwirrt, zu deren Rhythmus der Trainer angibt, welche Übung der nächsten folgt. Wie wäre es denn ohne Musik? Würde es genauso viel Freude machen, genauso viel Energie geben und gleichzeitig auspowernd wirken?

Jedenfalls ist es sehr spannend zu beobachten, wie viele Menschen sich am Abend nach der erledigten Arbeit mit ihrer körperlichen Fitness und Gesundheit befassen und dabei wahrscheinlich manchmal gar nicht merken, dass es ebenso für die Seele ist. Die Seele hat Zeit und Raum, durch diese abendlichen Programme auch mal abzuschalten und mal Zeit für sich zu haben. Zeit, in der uns jemand anderes etwas sagt, was uns gut tut. In der es nicht schlimm ist, wenn mal eine Übung nicht genauso aussieht wie bei jemandem, der dieselbe Übung einen Platz vor uns ausübt. Die Musik, die uns in Herz und Mark geht, die unseren Körper tanzend bewegen lässt.

Und ein Kurs für unsere Seele? Würdet ihr euch dafür auch Zeit nehmen? Den ganzen Tag sind wir umgeben von Gedanken, komplizierten Zusammenhängen, Emotionen, Reizüberflutung, Aufgaben und Erledigungen, Hektik und Alltagsstress, Fragen und Antworten. All das sind Dinge, die unsere Seele erst einmal verarbeiten muss – denn oftmals bleibt für all diese Angelegenheiten nicht genügend Zeit. Ob im medizinisch-pflegerischen Bereich, im sozial-psychologischen oder pädagogischen Arbeitsfeld ebenso wie in der Wirtschaftsbranche – würde sich ein Bankenmanager am Abend in einen Kurs setzen, der seiner Seele durch Gespräche, Wahrnehmung des eigenen Ichs und des emotionalen Erlebens einen besseren Blick auf sich selbst in der Interaktion mit anderen und im Umgang mit sich selbst gibt? Würde sich eine engagierte Altenpflegerin die Zeit für die eigene Psychohygiene nehmen, wo sie doch selbst viel Trost, Mut und Zuversicht spendet und dann ihre Gedanken in einen kleinen Kasten im Herz und den Gedanken versteckt und ihn irgendwann wieder herausholt, um das nächste hineinzupacken.

Nehmt euch Zeit für euch. Tut euch und eurer Seele etwas Gutes! Taucht ein in das, was euch in Herz und Bauch begegnet. Vielleicht ist einer meiner Kurse ja auch interessant für Euch!

 

 

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