Das gute Gespräch!

"Collect Moments - not things" gilt auch, wenn wir ein gutes Gespräch führen wollen!

Erinnert ihr euch an das letzte gute Gespräch, das ihr geführt habt? Währenddessen euch warm wurde, die Seele berührt wurde durch Worte, die mit Bedacht gewählt sind? Die Ohren eures Gesprächspartners, die ganz bei euch sind und wohlwollend nur auf euch gerichtet sind, um nicht nur den Klang, sondern auch die Intension des Gesagten zu verstehen? Es ist gar nicht mehr so einfach, so etwas zu finden – so etwas zu finden in einer Zeit, die von Hektik, Stress, Egoismus, Selbstverliebtheit und –darstellern und Wettbewerbern geprägt ist, die auf das Gesagte eine Antwort finden, die mehr mit ihnen zu tun hat als mit dem, was ich ihnen überhaupt erzähle. Manchmal denken wir dann, dass uns gar nicht richtig zugehört wird, sondern dass während des Erzählens nach neuen Impulsen Ausschau gehalten wird, um von sich und einer neuen Errungenschaft, einer Idee oder tollen Leistung oder gar dem neuesten Klatsch&Tratsch zu berichten. Wo sind sie hin – die guten Gespräche?

Was ist denn überhaupt ein gutes Gespräch? Es ist vielmehr als dass unser Gegenüber uns selbstgefällig von sich erzählen kann, während wir darauf hoffen, einen kompetenten Gesprächspartner in ihm gefunden zu haben – es ist die Hoffnung auf das Andocken an unsere Gedanken, an das fruchtbare und gewinnbringende Finden und sensible Stupsen auf Ansätze, wenn uns eine Lösung für ein Problem fehlt – es ist ein verbales „auf die Schulter klopfen“, wenn wir stolz auf etwas sind, was wir uns schon lange erträumt, erwünscht und dann mit Kampf und Motivation erarbeitet haben – es ist das entspannte Feierabendgespräch, das uns gut in den Abend starten lässt und uns Energie für den neuen Tag gibt – es ist das Gespräch mit Freunden über vergangene Tage und Momente der Erinnerungen, die uns zum Lachen bringen. Es ist die Tiefgründigkeit der Kennenlerngespräche, die wir bis am frühen Morgen führen und die nie enden wollen, es sind die lächelnden Gesichter, wenn wir mit Begeisterung zuhören, es ist die einfühlsame Reaktion auf Gefühle, Gedanken und Sorgen, die uns durch Gesten und nonverbale Mittel entgegen gebracht wird.

Eine Unterhaltung braucht Zeit – ein gutes Gespräch bedeutet nicht, dass wir zwischen Tür und Angel wichtige Themen besprechen oder auf ein solches hoffen sollten. Nur wer sich Zeit nimmt kann aktiv zuhören und reagieren. Aktiv zuhören – manchmal gibt es tatsächlich Gesprächspartner, bei denen es uns sehr schwer fällt, den Inhalt des Gesagten mitzubekommen – diese Gespräche zähle ich jedoch gerade nicht unter ein „gutes Gespräch“, wie ich es in meiner Definition zu beschreiben versuche. Ein gutes Gespräch gibt uns Energie, sorgt für unser Wohlbefinden und manchmal auch für einen freien Kopf, wir fühlen uns danach voller Elan und Freude, die bis ins Herz und an die Seele geht. Es gibt uns Mut und Kraft für kommende Wochen, ja sogar Monate – es kann uns noch monatelang in Kopf und Bauch begleiten und uns ein wohliges Gefühl geben. Wir erinnern uns gerne daran zurück und wissen noch genau, wie wir genau in diesem Moment steckten, uns fallen ließen in die Worte des anderen.

Redet miteinander! Hört einander zu! Sammelt Momente, keine Dinge („Collect Moments, Not Things“)! Auch wenn es mittlerweile schon fast eine Seltenheit geworden ist, in unserer wettbewerbsreichen, schnelllebigen, hektischen und fast chaotischen Welt, in der wir von Reizen überflutet werden, ein offenes Ohr zu haben, ist es so wertvoll am Ende des Tages sagen zu können „Ich hatte ein gutes Gespräch“!

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