Leben & nebeL – Ein kleines bisschen Grün im Grau

Der Nebel verschwindet und lässt die Sonne hervorblitzen

Ist euch schon einmal aufgefallen, dass „Leben“ rückwärts gelesen „Nebel“ heißt? Kann das Zufall sein? Oder ist es mehr eine Prophezeiung des Lebens für uns?

Gehört der Nebel zum Leben dazu, um uns bewusst zu machen, wie viel es eigentlich wert ist, wenn der Nebel langsam ins Nichts verschwindet und die Sicht und unser Leben wieder aufklärt?

Grau und manchmal weiß legt er sich über die Täler der Welt und auf die Augen des Sehenden, der plötzlich die klare Sicht verliert. Scheinbare nahe Ziele und mögliche Ergebnisse verschwinden im Schleier der Welt – was bleibt ist die Hoffnung, das Ziel bald wieder vor Augen zu haben, sich wieder zu finden am Ende des Wegs, sich zurechtzufinden im Grau und zurück zu kehren ins Bunt. Trüb sind die Konturen – manchmal lässt der Nebel nicht zu, gleich zu erkennen, welches Objekt dahinter steckt – erst beim genaueren Betrachten und Durchdenken kommen wir darauf. So ist es mit dem Nebel, der unser Leben manchmal bedeckt. Nicht immer haben wir eine klare Sicht auf die Dinge, die wirklich zählen im Leben, nicht immer ist uns gleich bewusst, wofür etwas gut ist – doch wenn der Nebel langsam wieder verschwindet, die Bäume und Blumen, Menschen und Tiere, Farben und Formen für uns erkennbar werden, bekommen wir mit, worüber wir im Nebel noch gerätselt haben. Das Leben ist bunt, der Nebel ist grau – wir müssen verstehen, dass der luftig-schwere Dunst nach und nach weniger wird – er wird weniger, je mehr Tag dem Leben gegeben wird, je stärker es die Sonne schafft zu leuchten und in den Tag hineinzufallen – uns Hoffnung zu bringen und Wärme.

Hoffnung – ein wichtiger Punkt wohl auch für viele Fußballfans und ebenfalls für mich am heutigen Sonntag, der wortwörtlich von Nebel besessen war. Weil die Spieler des BVB aufgrund des trüben Wetters nicht auf dem Flughafen in Erfurt landen konnten, wurde das Eröffnungsspiel gegen RWE im Stadion in Erfurt abgesagt – abgesagt, als die Fans mit Laola-Wellen, Fangesängen und vorfreudigen Rufen das kalte Stadion aufheizten. Abgesagt, weil der Nebel stärker war.

Stehen wir auf einem Berg, können wir manchmal über ihn hinwegsehen – bekommen wir eine klare Sicht, wenn wir die Dinge von weiter weg betrachten? Wenn wir sie von weiter oben beschauen und merken, was wir an ihnen haben, wenn wir nicht mittendrin stecken. Sollten wir uns besinnen, Momente und Lebenskrisen objektiv zu betrachten, wenn auch mit allen Gefühlen, die dahinter stecken? Abwägen, wie oft ich trotz Nebel kämpfen werde – mich durch das Grau durchkämpfe, um ein kleines bisschen grün zu entdecken. Ein bisschen Grün der Welt entdeckt, tupfe ich es auf meine Mischpalette und habe die erste Facette meiner neuen Farbe des Lebens – der Farbe des Lebens, die nach dem nebelgrauen Dunst wieder Hoffnung gibt, Ziele sehen lässt und Zweifel ablegt. Mehr bunt sehen als grau, mehr Leben sehen als Nebel.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.